, 17. Oktober 2006 1 Kommentar

Das kommt davon, wenn man (wieder) nicht seinen Stammzug nimmt. Man verirrt sich ins Ruheabteil, und dann nimmt das Unheil seinen Lauf.

Aufkleber Ruheabteil

Ich wusste gar nicht, dass man im Ruheabteil auch nicht tippen darf. Auf dem an jedem Fenster angebrachten Aufkleber ist nur visualisiert, man solle nicht sprechen, nicht mit 15 Jahre alten Handys telefonieren und keine Musikabspielgeräte benutzen, die wie 40 Jahre alte Heizkörperthermostate aussehen. Was ich auch alles nie machen würde.

Aber man muss eben auch leise tippen. Worauf mich dieser Herr freundlich, aber sehr bestimmt hinwies — gefolgt von einem (eventuell selbst nicht ganz regelkonformen, siehe 1. Gebot) Wortschwall, es gebe schliesslich genug PC-Arbeitsplätze im Zug, das hier sei schliesslich das Ruheabteil und so weiter. Er selbst hatte auch wirklich leise mit seiner Wiler Ausgabe des “Tagblatt” geraschelt und malte vorbildlich lautlos auf seinem PDA herum.

Zum Leisetippen auffordernder Herr aus Wil SG

Ich habe bei sowas immer den Reflex, laut auszurufen, jetzt zick hier mal nicht rum, Du alte Mimose, als ob das irgendwen stören würde, wenn ich ganz normal tippe, schliesslich ist es 8 Uhr durch, kein Mensch schläft mehr — aber ich bin auch älter und weiser geworden und habe doch tatsächlich herausgebracht: “Ich habe gar nicht realisiert, dass Sie das stört, tut mir leid, ich höre sofort auf.”

Kann ich mir irgendwo einen Anger Manager of the Day Award abholen?

PS. In Oerlikon rief auch noch jemand auf dem Handy an, landete aber, Tunnel sei Dank, direkt auf der Combox. Puh. Das hätte einen Anschiss gegeben.

Peter Hogenkamp

Kategorie: Reisen