„Tubel Trophy“ von Baby Jail

Heute mal etwas für meine deutschen Leser zum Üben, falls Ihr demnächst mal in die Schweiz kommt. Die Schweizer kennen das Lied alle.

Tubel Trophy

Es isch emal en Tubel gsi, e richtig miisi Fläsche
dä hät gmeint, e helli Huut, das sig e Frog vom Wäsche
Er hät gmeint bim Metzger wachsed d Servela im Garte
und überall wo d Sunne schint do gäbs e Glacécharte
Er hät dänkt er heg es Rächt uf Sicherheit für immer
hät sich vorgstellt, s Mami butzi s Läbe lang sis Zimmer

Es isch emal en Tubel gsi, dä isch am Stammtisch gsässe
Er hät gseit: Wär schaffe will, dä hät au öpis z Frässe
Er hät grüeft: Es isch e Schand, es isch e Katstrophe
Wännt en Chällner bruchsch dann chunnter grad mit sine Goofe
Er hät blödi Witz gmacht über d Neger und di Schwule
Er hät gseit: Ich zahl doch nöd no Schtüüre für di Fuule

Es isch emal en Tubel gsi, dä hät e Rundi Bier zahlt
und dänn handsem gseit, es gäb en Wettbewerb im Urwald
En Monet überläbe, ohni Bank und ohni Uuswiis
Nachhär dänn es Fäscht und no Zwei Kilo Gold als Hauptpriis
Si händem s Heftli zeiget mitem grosse Inserat
Deet isch ganz genau beschribe gsi, um was es gaht

Es isch emal en Tubel gsi, und e Beiz voll Psoffni
All händ gschroue: Tubel, mach doch mit bi däre Trophy
Er isch uf de Tisch ue gschtige, schtolz und ganz eleige
Er hät grüeft: Ja däne Affe gangis scho go zeige!
Er hät no es Bier pschtellt, und me hät en ghöre säge
Er seg au im Urwald jedem Neger überläge

Es isch emal en Tubel gsi, dä isch im Flugzüüg gschtartet
Und woner glandet isch, da hät sis Team scho ufen gwartet
Er isch fasch wienen König ine grosses Auto gschtige
Sini Hälfer händem Proviant in Rucksack bige
Tagelang sinds gfahre, bis as Ändi vo de Wält
Und dänn händs en deetglah, ohni Pass und ohni Gält

Es isch emal en Tubel gsi, dä isch am Bode kroche
S hätem öper s letschte grosse Abentüür verschproche
Er isch dräckig und elei im Dschungel umegloffe
ändlich hätter imne Dorf es paar Soldate troffe
Er hät grüeft: Jetz wili hei, so öpis isch kän Gschpass meh
Aber die Soldate händ nur gseit: Mir wänd de Pass gseh

Es isch emal en Tubel gsi, en zäche und en gsunde
Dä isch irgendwo, wiit furt vo da im Dräck verschwunde
Er hät nie begriffe, dass dä Wettbewerb, dä grossi
nume isch erfunde worde, zumen Tubel los si
Dihei i sinere Beiz, deet händs en zimmli schnäll vergässe
Und uf sim Platz isch scho glii en neue Tubel gsässe

Die Tubel-Trophy hät nöd nur zum Gschpass eso vill Schtrophe
Jede Tubel sölls begriiffe, und au d Philosophe
All ihr Tuble wo mit eune Tubel Schprüch husiered
All ihr Tuble, ihr wo jedem Tubel naamarschiered
Schtönd emal i d Schiisi, und am Griff wos hät deet ziehnder
Wänn ihr nüme da sind, dänn vermisst eu nämmli niemer

(Hätte es auch verlinkt, aber alle Top-10-Googletreffer-Lyrics-Sites haben dieselben doofen dummdreisten Popups. – Hier noch ein paar Details.)

Musste heute daran denken, weil ich im Zug von Bern nach Zürich gegenüber von einer Dreihergruppe sass (zwei wichtigwichtige Typen, davon einer in Jeans, einer in Nadelstreifen, eine dumme Blonde mit kurzen Hosen), die mit eine Stunde lang mit ihren Tubelsprüchen erfreut haben. Irgendwann kam mir das Lied den Sinn, und sofort ging es mir etwas besser.

12 Gedanken zu „„Tubel Trophy“ von Baby Jail“

  1. Damit ist wohl der Familiennachzug bei der Einstellung eines ausländischen Serviceangestellten gemeint, wogegen der „Tubel“ was einzuwenden hat offenbar…

    „Tubel Trophy“ ist ein grossartiger Song, wie so viele der leider längst aufgelösten Band.

  2. Ronnie: Ach ja natürlich. Ich hatte mir irgendwie nur vorgestellt, wie der Tubel in der Beiz sitzt und der Kellner an den Tisch kommt. Aber solche Typen kommentieren natürlich auch gern mal Migrationsthemen.

    Damian: Die verlinkte Site sagt ja schon, dass „die Phalanx der berndeutschen Mundartdominanz“ selten durchbrochen wird. Kenne ausserdem noch unpassendere Dialekte für Mundart-Pop.

    Fabienne: Hurra, mein erster Fan!

  3. Hi,
    habe mir die CD gekauft, als sie rausgekommen ist. War damals in Konstanz beheimatet. Radio DRS spielte das Lied rauf und runter. Habe damals in der Schweiz gearbeitet. Die Konstanzer mochten das Lied aber nicht so gerne. Mit hat’s super gefallen. Ist aber schon recht heftiges Schwyzerdütsch, verstehen wohl nur die grenznahen Deutschen.

    Gruß,
    Dietrich

  4. Es freut mich, dass dieses Lied es bis Deutschland „geschafft“ hat. – Jaja.. DIESES Thema wird leider immer aktuell sein.

    Liebe Grüsse aus Landquart in der Schweiz,

    Martina

  5. Hallo!

    Vielen Dank für den pop-up freien Text dieses genialen Liedes. Auch beim zweiten Mal durchlesen, musste ich noch lachen und so oft hab ich an andere „Tuble“ gedacht, die den Text aber leider ohnehin nicht zu erfassen in der Lage sind.

    LG
    Gabriela

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