SVS gegen SVP: Gegendarstellung in wenigen Wochen verfügbar

Die SVP kommuniziert mit bösen Raben. Der SVS will demnächst mal antworten.

Vorgeschichte: Am 8. Februar findet die Abstimmung über die Personenfreizügigkeit Schweiz – EU statt, siehe Dossier beim Bund.

Die SVP macht Werbung dagegen mit einem umstrittenen Plakat, auf dem drei (osteuropäische?) Raben auf die Schweiz einpicken:

Ein Wahlplakat in Tagelswangen am Donnerstag, 8. Januar 2009. Am 8. Februar 2008 stimmt das Stimmvolk ueber die Personenfreizuegigkeit ab. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Der Klein Report schreibt nun heute: Raben-Werbung der SVP stösste beim Vogelschutz sauer auf. (Nein, um den interessanten Tippfehler geht es heute nicht.)

(…) Am Freitag hat der Schweizer Vogelschutz (SVS) gegen die SVP-Plakate gegen die Personenfreizügigkeit mit den drei schwarzen Vögeln protestiert. (Schon ein bisschen unfreiwillig komisch, dieses «SVS pickt zurück gegen SVP.» pho) Raben seien weder listig noch aggressiv, hält der SVS fest. Die Kampagne sei auch inhaltlich unglücklich, betonte SVS-Geschäftsführer Werner Müller. «Raben sind gar keine Zugvögel, sondern sehr standorttreu», sagte er. «Es werden also sicher keine rumänischen Kolkraben in die Schweiz kommen.»

Aber am besten ist der letzte Satz:

In den kommenden Wochen will der SVS deshalb Porträts von Rabenvögeln an alle Schweizer Medien verschicken.

Ja, so war das früher. Da war man erstmal erschreckt, dann empört, dann hat man sich langsam besonnen und sich aufgerafft zu sagen, dass man in den «kommenden Wochen» ganz sicher etwas dagegen unternehmen werde.

Hallo? HEUTE müsst Ihr kommunizieren, lieber SVS, und morgen und übermorgen. Ein Rabenblog machen, eine Pro-Raben-Gruppe auf Facebook, ein Rabenvideo auf YouTube, ein Flash-Game mit einem sich überhaupt nicht bewegenden Raben (deswegen leicht zu realisieren) oder was auch immer. In den «kommenden Wochen» interessiert das nämlich keine Sau mehr.

5 Gedanken zu „SVS gegen SVP: Gegendarstellung in wenigen Wochen verfügbar“

  1. In ein paar Wochen ist ja die Invasion schon da (die Zugvögel kehren zurück). Interessant ist folgende Aussage: «Raben sind gar keine Zugvögel, sondern sehr standorttreu» Ich sagte ja gleich beim Anblick des Plakats: das sind Blocher und Co., die auf der Schweiz herumhacken. Also durchaus sesshafte, einheimische Krähen.

  2. Nein, ich schreibe für mündige Blogleser.

    Die „Schweizerische Genossenschaft für Schlachtvieh- und Fleischversorgung (GSF)“ hat sich leider 2008 in das deutlich cooler klingende „Proviande“ umbenannt, siehe HR-Eintrag. Der Zweckartikel in den Statuten ist allerdings immer noch cool:

    In gemeinsamer Selbsthilfe: Sicherstellung einer repräsentativen Vertretung der Organisationen und Institutionen der schweizerischen Fleischwirtschaft, Förderung der Zusammenarbeit unter den Marktpartnern als nationales Kompetenzzentrum für Schlachtvieh und Fleisch; Förderung einer qualitativ hochstehenden und wettbewerbsfähigen inländischen Fleischwirtschaft; Erfüllung von Leistungsaufträgen des Bundes, insbesondere gestützt auf das Landwirtschaftsgesetz (LwG) vom 29.4.1998, Art. 51 (Übertragung von öffentlichen Aufgaben) und darauf gestützten Ausführungsbestimmungen; Wahrnehmung von weiteren Aufgaben, wie z.B. Marketing-Kommunikation, Bereitstellung statistischer Daten und Erbringung von Dienstleistungen.

    Ansonsten sind die schon ziemlich professionell unterwegs, ihre Plakate („Schweizer Fleisch. Alles andere ist Beilage.“, Auswahl siehe Website) finde ich provokant, aber nicht schlecht.

    Und ja, Du hast recht: Dazu würden einem nicht nur Communiques, sondern sicher auch Social-Media-Kampagnen einfallen. Die Facebook-Statusmeldung: „Peter Hogenkamp hätte Lust auf ein Schinkenbrot“ ist dabei das naheliegendste.

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