A wolf in sheep’s clothing?

Lustige Situation: In der letzten Nacht auf Teneriffa schwirrt stundenlang eine Mücke um meinen Kopf. Versuche, sie im Dunklen zu erschlagen, wenn ich sie auf meinen Armen erahne, aber das klappt natürlich nicht. Um drei Uhr wird es mir zu dumm, und ich lese auf dem Handy meine Mails. Und da ist auch gleich was, für das es sich lohnt, das Licht einzuschalten und den Laptop hervorzukramen, nämlich ein Post BlogCampSwitzerland – ein wolf im schafspelz! von Jan Zuppinger*.

Hachja. Die einzige Methode, nichts falsch zu machen, ist halt immer noch, dass man gar nichts macht.

Habe geantwortet, zu lang natürlich, ist ja auch mitten in der Nacht, da hat man Zeit (insgesamt natürlich trotzdem lausige Antwortzeit, fast zwei Tage nichts gemerkt), wobei ich es immer anstrengend finde, wenn ich mit jemandem deutscher Muttersprache auf Englisch diskutieren muss, denn ich fühle mich zwei Klassen weniger „articulate“ auf Englisch. (Aber immerhin weiss Jan auch nicht, was „Wolf im Schafspelz“ auf Englisch heisst, oder er weiss es, denkt aber, seine Leser wüssten es vielleicht nicht, und eine Überschrift, die keiner versteht, ist schlecht für einen Boykottaufruf. Ich weiss es auch nicht. Aha, a wolf in sheep’s clothing. Ach, Englisch ist doch soo einfach.)

Manchmal ist es ja so, dass man kritisiert wird zu etwas, bei dem man schon vorher gedacht hatte: „Dieser Aspekt könnte zu Diskussionen führen.“ Hier nicht. Ich dachte mal wieder, bin wohl nach wie vor zu naiv, da macht man etwas, in seiner Freizeit, und man nimmt alle kommerziellen Aspekte völlig raus – ausser dass man natürlich mit seinem Namen auch für seine Firma steht, dagegen kann man halt nichts machen – und dann werden sich schon alle freuen. Nun, 166 Angemeldete finden’s offenbar auch gut, aber zwei Leute, von denen der eine nicht genannt wird, nicht.

Man könnte sagen, macht ja nichts, ist der erste kritische Beitrag von inzwischen Dutzenden, aber mich ärgert und verletzt sowas trotzdem. Vor allem, und das habe ich ja auch in meinem Kommentar geschrieben, wenn ich schlicht nicht verstehe, was genau der Vorwurf sein könnte. Denn wo einer nur „disgusted“ ist, ohne zu sagen wieso, da kann man schlecht antworten. Musste daher zwei Aspekte raten, wie das BlogCamp ein „marketing scam“ sein könnte, aber finde beide eigentlich eher absurd.

Aber vielleicht kommt das noch raus, und ich kann mich am Dienstag, frisch aus den Ferien zurück, in eine inhaltlich spannende, im Ton gemässigte, in der Sache berechtigte Debatte stürzen. Bin gespannt.

Ich geh mal wieder schlafen, wobei mir gerade diese Mücke wieder vor der Nase durchgeflogen ist; wird also wohl nichts.

*Mit Jan habe ich neulich noch gemailt, zum Thema „Swiss Blog Awards wiederbeleben?“, aber Blogger kommunizieren ja Kritik nicht per Mail, sondern per Blogpost; na, von mir aus. Eigentlich wollte ich das Ex-OK der Swiss Blog Awards zum BlogCamp einladen und vorschlagen, ob man eine Diskussionsrunde macht: „Swiss Blog Awards @ BlogCamp?“, in der man gemeinsam überlegt, ob man nicht nächstes Jahr oder so beides zusammen durchführt, aber meine diesbezügliche Anfrage blieb unbeantwortet.

3 Gedanken zu „A wolf in sheep’s clothing?“

  1. das kenn ich doch irgendwoher? ach ja, aus 30 jahren kulturarbeit. da musste man sich , wenn man was erfolgreiches auf die beine stellte, auch immer sagen lassen, man mache es nur wegen dem eigenen ego. klar, begann ich dann mit der zeit zu antworten. aber der saal ist voll und die leute haben einen mordsspass, also was solls?
    ich finde es abgesehen von dieser grundsätzlich kleinbürgerlichen haltung (noch dazu von einem, der sich rühmt mehrere jahre in san francisco gelebt zu haben) ziemlich bireweich, sowas wie das blogcamp in gerade mal 15 zeilen und ohne wirklich handfeste argumente anzugreifen. kann man nicht ernst nehmen. that’s kindergarden.

  2. Lieber Peter

    Danke für den offenen und ehrlichen Blog. Ich kann Dir natürlich nachfühlen und denke Du hast klar Stellung dazu genommen.
    Würde mich aber freuen, wenn man mit Jan in eine konstruktive Diskussion aufnehmen kann – Face to Face! Da wird sicher einiges klar und das Schaf zieht wieder die alten Kleider an ;-)!

    Gruss Dominik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.