BlogCampSwitzerland 2.0:
Mein Fazit

1659537126 d709bc4a3bAm Samstag war also das BlogCampSwitzerland 2.0, und am Montag komme ich auch endlich dazu, was zu schreiben, weil Bloggen ja so ein spontanes Medium ist.

Ich war und bin sehr happy. Hat noch mehr Spass gemacht als das erste.

Super fand ich:

  • die produktive und relaxte Stimmung. Ich fand es noch angenehmer und produktiver als das erste. Vielleicht lag das daran, dass ich weniger Stress hatte, weil ich wusste, es kommt gut, oder auch daran, dass die meisten Leute das Format kannten und daher wussten, dass sie einfach relaxed mitnehmen können, was sie interessiert.
  • die Vorstellungsrunde, in der jeder nur seinen Namen und drei Tags zu sich sagt – das bringt eine ganz andere Dynamik rein und man kommt der Idee „jeder partizipiert aktiv“ von Anfang an näher.
  • das Catering, das ehrenamtliche von Sandra und Annina (den bezaubernden Ehegattinen von Dominik und Will) und das kommerzielle mit Salat und Thaifood von tuck tuck (sind kein Sponsor, sondern wir haben bezahlt, aber man kann sie ja trotzdem verlinken – sie sollten sich mal einigen, wie sie ihren Namen schreiben wollen. :-).
  • die drei Sessions, die ich gesehen habe.
  • dass wir fünf Sessions hintereinander hatten statt letztes Mal vier
  • die Räume an der ETH einmal mehr nach der quälenden Enge von München (unten noch mehr dazu).
  • das Feedback am Ende, dass vor allem die Deutschen beeindruckt waren von unserer Pünktlichkeit. :-)
  • dass alle rumlaufen und sich gegenseitig interviewen und Fotos und Videos machen, die dann auch schnell irgendwo auftauchen (nur der Bericht im Radio braucht noch ein bisschen, der kam am Abend nicht mehr unter).

Blöd fand ich

  • drei Lücken im Programm an prominenter Stelle, die auf der Holzpinnwand viel Braun durchschimmern liessen.
  • dass ich mal wieder nicht zum Bier im News bleiben konnte.
  • die Hetze in der ersten halben Stunde; hier wären 15 Minuten mehr sinnvoll gewesen, aber das war wohl nicht so schlimm.
  • im Vorfeld das Wiki. Ich habe etwa 20 Mails von Leuten bekommen, die sich nicht eintragen konnten, und ich musste am Freitagabend noch eine Stunde notfallmässig den ganzen Tag rekonstruieren, weil um 8.10 Uhr jemand eine ganz komische Mega-Änderung gemacht hatte. Ich komme ja von der Usability und habe da gelernt: Wenn es eine/r nicht kann, kann es sein, dass er/sie zu doof ist, aber ab dem dritten, der Probleme mit der Bedienung hat, muss man den Tatsachen ins Auge sehen: Es liegt am System. Offenbar scheint ein Wiki für nicht wenige unserer Teilnehmer zu kompliziert bedienen zu sein. Da kann man sich lange aufregen – oder man denkt sich etwas Besseres aus.
  • zu wenig Leute haben gebloggt . VIEL zu wenig.

Das ausführlichste Feedback (es sei denn, ich hätte ein anderes verpasst) kommt von wohl von Corsin , dem BarCampZurich1-Organisator und daher (Legacy :-) unserem Wiki-Master, dem ich zunächst für seinen unermüdlichen Online-Einsatz danken möchte. Die Updates (und damit Downtimes) des Media-Wikis zur Unzeit gehen nicht auf sein Konto.

Und weil er sich die Arbeit gemacht hat, möchte ich auch einzeln auf seine Punkte eingehen.

  • Abusing children to wear and sell political t-shirts
    Hab ich nur am Rande mitbekommen und nicht als weiter schlimm wahrgenommen. Ist es schlimm? Ist eher das Politische daran schlimm oder das Kommerzielle? Wenn man am Sonntag acht Stunden auf dem Flohmarkt steht und die Kinder einem helfen, wird es auch nicht als Kinderarbeit wahrgenommen, oder? Ich fand, das hat keinen gross gestört – aber ich kann mich hier irren, hab keine klare Meinung.
  • The liveDemo were as bad as I expected.
    Hab keine gesehen und hätte auch keine grosse Lust gehabt. Hab aber auch sonst kein Feedback gehört. Vielleicht passt das in dieser Form (VC-Pitch statt technische Demo) wirklich nicht an ein BarCamp/BlogCamp.
  • The location: I really, really, really hope this was the last time a Swiss BarCamp/BlogCamp event happened at the ETH in Zurich.
    Also wie schon gesagt, ich war ja neulich beim BarCampMunich bei Cisco, und das war fürchterlich. Unten (im Foyer) und oben/aussen (im 4. Stock, aber ausserhalb des eigentlichen Cisco-Bürotrakts) war alles prima, aber die eigentlichen Session-Räume waren VIEL zu klein. Die Leute standen in den Räumen, und teilweise standen nochmal bis zu zehn vor der Tür und hörten von draussen zu. Von Stromanschlüssen ganz zu schweigen. Ich dachte die ganze Zeit: Wie gut haben wir es an der ETH.
    They are way to expensive, they limit you in time and they don?t support you very much (in terms of press, price reductions or anything).
    Zu teuer? Das ist eine Veranstaltersicht, das interessiert die Besucher nicht, die müssen es ja nicht zahlen. Beschränkte Zeit? Stimmt. Der Rauswurf ist jeweils recht früh und recht brutal. In München ging es noch bis 22 Uhr im selben Gebäude weiter; wie cool das war, weiss ich nicht, denn ich bin gegangen. Presse? Können wir selbst.
    Ich finde es wichtig, dass alle genug Platz, Strom und Netzzugang haben. Und das klappt an der ETH hervorragend. Schauen wir mal, wie es nächstes Jahr im Technopark wird.
  • Session slots: Out of the 20 available slots, only 16 were taken.
    Einverstanden. Das ist ärgerlich. Letztes Mal haben einfach deutlich mehr Leute präsentiert als in der Liste standen und diesmal weniger. Werde nächstes Mal mehr pushen. Hätte leicht zehn Leute „zwingen“ können, etwas zu machen, von denen ich weiss, sie haben den Content von anderen Veranstaltungen sowieso mehr oder weniger parat. Ich inklusive übrigens.
    Es könnte allerdings auch hier sein, dass das nur eine Veranstaltersicht ist und niemanden gross gestört hat – es sind einfach alle zu Facts 2.0 von Chris gegangen, was knapp 100 Besucher hatte und damit sicher die meistbesuchte B*Camp-Session war, die Zürich je gesehen hat. Und das war super. Solange in jedem Slot eine super Session ist, kommt kein grosses Mangelgefühl auf.
  • Sponsoring was, let?s say, ?light? this year.
    Ja, stimmt, aber hat’s irgendwo gefehlt? Ist schade, dass zum Beispiel namics gesagt hat: „Wir setzen diesmal aus“, aber nicht zu ändern. Dominik hat viele Firmen angesprochen, war oft kurz vor dem Abschluss, aber am Ende hat’s nicht gereicht. Wir konnten ein paar Sachen deswegen nicht machen, zum Beispiel die Neuauflage der PhotoBooth vom Leu, aber Hauptsache, man kommt mit einer schwarzen 0 raus.
  • The ?next? BlogCamp will be on August 29th, 2008 on ?the day of information technology?. But IT != Blog. Why not a real BarCamp? The sessions about blogging are there anyway.
    Keine Ahnung, frag Dominik. BarCamp ist nun mal irgendwie „Eures“ und BlogCamp „unseres“, und wenn Du diese Zweiteilung mal durchbrechen willst, sprich mit Dominik. Mir ist relativ egal, wie das Ding heisst. :-)

 

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22 Gedanken zu „BlogCampSwitzerland 2.0:
Mein Fazit“

  1. also kann mich dir anschliessen:
    – schafs-t-shirt verkauf war mir egal bzw. ich hab xtrem lange gebraucht bis ich den link zum plakat geschnallt habe
    – eth als gebäude ist super: Zentral, gross, und hat alles
    – das nicht alle slots voll waren, fand ich gar nicht schlimm bzw. hab ich nicht wahrgenommen
    – livedemo, da kann man sich streiten ich finds gut um neue unternehmer kennenzulernen, aber für mich sind solche events networking events! die Business Angels bzw. die kommentatoren waren sehr unprofessionell (im Stil: mir persönlich gefällt werbung nicht deshalb finde ich dein produkt schlecht, das ist bullshit!)
    – sponsoring: das ist kein kritikpunkt aber für die veranstalter zu entlasten würde es auch mehr vertragen (und ich finde kommerz eh gut)
    – das datum des nächsten ist ein problem, weil freitag ist einfach KEIN frei-tag (für studis schon aber für alle anderen nicht) und xtra frei nehmen ist zu viel verlangt finde ich.

    aber danke vielmals für den effort und die orga, ich war positiv überrascht, vorallem auch von den leuten, hätte mehr nerds und geeks erwartet und habe glücklicherweise mehr unternehmer getroffen

  2. natürlich ist’s gut dass man es vorher weiss, das ändert nichts daran dass man frei nehmen müsste und das auch können muss (unternehmer habens da nochmals schwerer) ich finde es gar nicht ideal.

  3. unternehmer habens da nochmals schwerer

    Gute dass Du es sagst! Viele denken ja, Unternehmer hätten immer besonders viel Zeit, aber natürlich ist das Gegenteil der Fall.

    Aber nochmal zurück zu „ideal“, es ist ja nicht so, dass Dominik gesagt hat: „Och, probieren wir doch mal einen Freitag“, sondern an dem ist nun mal dieser Tag der Informatik, und wenn wir bei dem mitmachen wollen, dann ist der nun mal gesetzt, Punkt. Und die Einbettung in ein grösseres Format – für einmal – würde uns vielleicht nicht schlecht tun.

    Am Samstag ist dann (glaub) noch Tweakfest, was auch eine coole Kombination ist. Viele Deutsche sagen, sie kommen nicht für ein Eintagesevent nach Zürich (obwohl diesmal schon deutlich mehr da waren als letztes Mal) – die können dann alle kommen.

  4. Zwei Anmerkungen:

    1. Corsin hat Recht, Politik jenseits von blogrelevanten politischen Themen hat an einem BlogCamp nichts zu suchen. Dazu zähle ich auch die «Schweizer Mythen».

    2. Es war irritierend, dass am Anfang einerseits auf die BarCamp-Regeln hingewiesen wurde, andererseits aber Slots anscheinend im Voraus reserviert werden konnten ? ansonsten hätte man gleich am Anfang die Slots sinnvoll füllen können, aber das wurde mit dem erwähnten Argument der vorreservierten Slots leider verhindert.

  5. Lieber Peter

    Besten Dank für den flammenden Artikel!

    Wir haben nächstes Jahr die Chance das Blog/BarCamp (…der Name soll kein Hindernis sein!) auf einen neues Level zu stellen nämlich am Tag der Informatik am Freitag, 29.8.2008! Ein Tag vorher ist noch Tweakfest und da kriegen wir sicher spannende Leute aus der ganzen Welt zusammen, dass es sich lohnt einen Tag „frei“ zu machen.

    Als Unternehmer hat man ja die Freiheit die Arbeitszeit sich selber einzuteilen, oder?

    Gruss Dominik

  6. Meinst Du die Demo-Sessions? Sonst wurde, glaub, nichts im Voraus reserviert. Jedenfalls nicht dass ich wüsste.

    Bei der Slotverteilung am Anfang bestanden noch verschiedene Lücken im Tagesablauf. In der Folge bat mindestens ein Präsentator darum, anders platziert zu werden, was ihm mit dem Hinweis auf vorreservierte Slots verweigert wurde.

    IMHO sollte für ein BarCamp und die Slotverteilung gelten: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer nicht schon früh am Morgen kommen kann oder mag, soll sich vertreten lassen.

  7. mds: Hab ich nicht mitbekommen. Nur dass die Präsentatoren Präferenzen äussern konnten bzgl. des Slots.

    Letztes Mal, weiss ich, wollte Bruno Giussani morgens präsentieren, weil er am Nachmittag schon wieder im Tessin sein musste. Selbst dem haben wir gesagt: Können wir leider nicht machen, komm einfach früh und drängel ein bisschen. Diesmal habe ich solche Wünsche gar nicht erst vernommen.

    Soll Dominik mal sagen, ob das so war.

  8. Danke für die Organisation und alles. Als Hobbybloggerin kommt man sich ja manchmal aussen vor aber interessant ist es allemal. Die Räume an der ETH finde ich gut, die schäfchenverkaufenden Kinder haben mich nicht gestört, sie hatten offensichtlich Spass daran.
    BTW hier habe ich noch etwas weniges gebloggt.

  9. Mir hat’s auch prima gefallen. War alles extrem stressfrei, was ich am Wochenende zu schätzen weiß.

    Dass die noch freien Slots für „später kommende Referenten“ frei gehalten wurden („die werden schon alle voll“), war der Grund, warum ich keinen zweiten Vortrag zum Füllen angeboten habe. Ich fands deshalb schade, dass sie dann doch frei blieben.

    Ich kanns mir durchaus vorstellen, im nächsten Jahr einen Urlaubstag zu investieren.

    Gruß, Jochen.

  10. @dominik: ganz so einfach ist es nicht, denn unternehmer sind abhängiger von ihren kunden und wenn die sagen: „friday it is“ dann ist’s einfach freitag (und da kann man dann kaum sagen: sorry ich schick dir meine nicht-existenten assistenten)

    zynismus: man könnte ja noch ein essencamp machen da kann man dann nur essen, dann könnte man die diversifikation vom mittagessen (das ja auch wenig bis nix mit bloggen zu tun hat reintun)… man muss ja nicht immer alles super aufteilen in 100 camps

  11. Hallo Peter

    Ist schade, dass zum Beispiel namics gesagt hat: ?Wir setzen diesmal aus?, aber nicht zu ändern.

    Wie Du vermutest, hätte ich schon ein paar Themen im Köcher… Da ich aber im Durchschnitt wohl eher zuviel schwatze, dache ich im Vorfeld mal guter Zuhörer zu sein. Es war weder Faulheit noch eine „Aussage“, aber mehr Luft für andere…

  12. Nee, aber lass ihn ruhig.

    Finde es übrigens lustig, dass alle denken (am BlogCamp habe ich auch mit einigen gesprochen, die das dachten), die ETH-Räume seien gratis. Das sind sie überhaupt nicht, im Gegenteil, sie sind recht teuer.

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