Studentenverdummung, Teil 27

Die Anfragen von Studenten werden immer schlimmer. Nun wollen sie nicht mal mehr googlen.

Gestern in der Inbox:

Frage zu User-Statistiken StudiVZ und Facebook
Sehr geehrte Damen und Herren,
können Sie mir bitte sagen, wo ich Statistiken über die Entwicklung der Zahlen der registrierten Nutzer von Facebook und StudiVZ in Deutschland bekomme? Ich benötige diese Angaben für meine Diplomarbeit zum Thema „Erfolgsfaktoren internetbasierter Geschäftsmodelle“.

Über jede Anregung wäre ich sehr dankbar!

Mit freundlichen Grüßen
Arno Neumann*

* Name geändert

Lieber Arno* aus Stuttgart, ich rate Dir, dein Studium nicht abzuschliessen und einen praktischen Beruf zu ergreifen.

Wie man als Diplomand noch so dermassen dämlich, unselbstständig und dummdreist sein kann, einfach willkürlich irgendwen anzumailen, ist mir ein Rätsel.

Insofern werde ich mich auch hüten, Dir zu antworten, dass in allen einschlägigen Branchennewslettern zu lesen war, dass Mark Zuckerberg am DLD gesagt hat, Facebook habe in Deutschland inzwischen 2 Million User. Die Zahlen von StudiVZ kann man vermutlich auch sehr schnell ergoogeln, Interviews mit den schnell wechselnden Geschäftsführern gibt es ja auch regelmässig zu lesen.

Armes Deutschland!

16 Gedanken zu „Studentenverdummung, Teil 27“

  1. Mal abgesehen, dass man Deutschland wohl wegen 1000 anderer Dinge viel mehr bemitleiden kann – Was der ganze Eintrag soll, verstehe ich nicht. Kann man so etwas nicht kopfschüttelnd ignorieren? Dieses Bloßstellen, immer wieder, finde ich schon sehr befremdlich.

  2. Hallo mmmatze,
    Du warst gestern auch beim scs09, oder?
    Natürlich kann man es kopfschüttelnd ignorieren. Man kann alles ignorieren. Man kann auch über praktisch alles sagen: „Es gibt nun wirklich Schlimmeres.“ Dann könnte man sich allerdings ausser den wirklich grossen Katastrophen wie Hunger, Aids oder Erderwärmung über gar nichts mehr öffentlich ereifern.
    Ich mache es trotzdem. Deppen muss man, gelegentlich, Deppen nennen.

  3. Kann man so etwas nicht kopfschüttelnd ignorieren?

    Meistens ja, aber angesichts von x solchen E-Mails pro Tag gelingt es nicht immer … wo früher noch gelernt wurde, müssen heute Arbeiten für den Papierkorb geschrieben werden, und wer als Auskunfts- oder Hilfsperson auch nur ansatzweise in Frage zu kommen scheint, wird mit Anfragen überflutet – häufig noch vor dem Suchen bei Google …

    Dieses Bloßstellen, immer wieder, finde ich schon sehr befremdlich.

    … wer wird hier blossgestellt?

  4. was für eine perle von recherchedummie, köstlich.

    fällt mir gerade ein, dass es mit den unsäglichen umfragen, die man als blogger eine zeit lang fast täglich erhalten hat, schwer abgegeben hat. oft war der aufbau dieser umfragen und die begleitmails dazu etwa ähnlich grottenschlecht wie in obigem beispiel. da taucht die frage, was an diesen hochschulen eigentlich wirklich abgeht, ganz automatisch auf.

  5. @Peter – Ja, ich war auch da, genau, einer von der Amazee-Truppe. Ich bin ja auch deiner Meinung, und sehe als selbst Studierter mit Erschrecken, wie unselbständig viele Studenten heute sind, und weiß auch, wie schwer es ist, solche immer wieder zu ignorieren (ich habe in einem früheren Job auch mit wirklich, wirklich dämlichen Anschreiben zu tun gehabt), aber in der Form gehen sind wir halt nicht d’accord. Konstruktiver fänd ich vielleicht einen Diskurs, warum Studenten so unselbständig sind und ob die Uni sie nicht gerade so erzieht.

  6. Den Diskurs mache ich auch, ich schreibe demnächst mal einen Artikel zum Thema. Der wird allerdings auch etwas polemisch, fürchte ich.

    Ich weiss nicht, ob die Uni-Ausbildung sich in den letzten 15 Jahren extrem geändert hat. Ich weiss nur, und das ist keine Einbildung oder nachträgliche Verklärung: Wir waren nicht so. Bevor wir Firmenvertreter angesprochen haben (was ja damals per Brief geschehen musste), haben wir ein bisschen länger überlegt.

  7. naja ein bisschen verklärung ist da bestimmt auch immer mit dabei. und um herrn mmmatze etwas schützenhilfe zu geben: trau keinem über 40 ist immer noch ein gutes motto, weshalb man ihnen auch keine emails schreiben sollte. so.

  8. Ein bisschen Verklärung ist bei allem dabei, das mehr als fünf Tage zurückliegt.

    Aber ich kann mit ungetrübter Sicherheit sagen, dass ich damals keine Ehemaligen angemailt habe, weil die schlicht noch keine E-Mail-Konten hatten. Und anschreiben ist halt eine deutlich höhere Hürde. Aber auch dabei haben wir uns mehr überlegt. Als ich HSG Alumni gemacht habe, haben wir jeweils sehr lange überlegt, wie oft wir den Ehemaligen was schicken wollen. (Auch weil jeder Versand 10’000 kostete natürlich. Aber auch aus Prinzip.)

  9. Es ist gerade so langweilig, gebt doch mal zum Besten, was ihr noch für Dummheiten per Email so bekommt. Ich kann mich bei Gelegenheit ja mal revanchieren und aus der Kundenkommunikation eines Telekomunternehmens berichten. Also Kunden gibts, die gibt es gar nicht…

  10. oh, da täte sich ja ein ganz neues themenfeld auf. die dümmsten anfragemails des monats in div. kategorien (studis, aquise, charity) und mit jahresendausscheidung natürlich. gäbe schon fast ein eigenes blog.

  11. das ist ein gag, das kann niemand mit abitur ernst meinen … weigere mich zu glauben dass das das ansinnen eines menschen jenseits der mittelstufe sein soll und selbst dann…

  12. Ich glaube, solche Mails stehen fragwürdigen Mails aus Nigeria um nichts nach. Und so sollten sie auch behandelt werden. Meine Schwelle, etwas Unverlangtes aus dem Werbe- und PR-Bereich als Spam zu klassifizieren, ist nicht mehr sehr hoch. Ich schreibe meist einmal zurück, wenn ich etwas nicht erhalten möchte. Nützt das nichts, dann markiere ich es als Spam. Das spart viel Zeit.

  13. Mir kamen auch sofort die Briefe aus Nigeria in den Sinn. :-) Oder diese spanische Lotterie, Sorteo oder so.

    Gut, dies hat schon eine Spur mehr Niveau. Aber allein dieses Layout und die vielen !!! und dann auch noch yes we can Slogan… Wenn man die mal googelt, müssen die echt auf Drogen sein. Hyperaktiv geradezu.

    In Dubai hat man ja in der Tat unlängst einen Metroshuttel auf Stelzen von Jumeira ins Zentrum (max.10km) gezogen, aber nicht mit dieser Technologie. Ganz konventionell.

    Ich bezweifle aber, dass die 200km auf die Beine bzw. Stelzen stellen wollen. Nicht bei den wirtschaftlichen Risiken (Dubaiblase am Platzen)und auch nicht angesichts der Autoaffinität der Araber und des vorbildlich ausgebauten Strassennetzes zwischen Abu Dhabi und Dubai, was ja wohl die einzige in Frage kommende Strecke wäre.

    Und da man gerade die Road Tax in Dubai eingeführt hat, wäre das wohl fiskalisch auch eher kontraproduktiv.

    Unrealistisch aber nicht unmöglich. Da gibt es noch viel unwahrscheinlichere Projekte in der Region, die dennoch durchgeführt werden sollen.

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