Convenience is King

(NOCH DRAFT)

Convenience is King
Wer meint, seine Inhalte seien so unverzichtbar, dass seine Kunden jegliche Mühsal auf sich nehmen, sollte sich anschauen, wie einfach es weltweite Marktführer ihren Kunden machen.

Sobald man sich vom Unser-Inhalt-ist-der-beste-Mantra löst, tritt sofort das Nutzererlebnis ins Zentrum. Wenn ich die PR-Aussagen großer Telekom-Anbieter wie Telekom, Unity Media oder Swiss- com lese, die regelmäßig sagen: „Unsere Videothek ist genauso gut wie Netflix“, denke ich immer, dass vermutlich kaum ein Konsu- ment Inventarlisten vergleicht wie die PS-Zahlen zweier Autos.
Wem ein Videobeispiel als Analogie für seine Branche zu wenig relevant ist, für den hätte ich noch zwei andere:
Spotify: Der Musik-Streaming-Dienst aus Schweden hat sich zu einer Art De-facto-Standard für Musik im Netz entwickelt. Die Tat- sache, dass immer wieder Künstler mit großem Getöse ihre Titel aus dem Spotify-Inventar entfernen lassen, weil sie denken, sie könnten via Downloads (noch) mehr verdienen, tut seiner Popu- larität keinen Abbruch. Und auch als im Sommer 2015 Apple Mu- sic lanciert wurde, wurde das voreilig als Todesstoß für Spotify aus- gerufen, der jedoch keineswegs eingetreten ist, sondern es wuchs im Jahr 2015 auf 30 Millionen User. Apple Music ist in Leistung und Preis absolut vergleichbar, doch ist so merkwürdig zu bedienen (das
„CONTENT IS KING“, SAGT MAN GERN. Dabei wird übersehen, dass oft die Einfachheit, mit der dieser Content zugestellt wird, vielleicht sogar noch wich- tiger ist. Natürlich: Wenn der neue Star-Wars-Film erstmalig zum Download verfügbar ist, und das nur bei iTunes, wird man sich als guter Vater dort ein- finden und zähneknirschend die 20 Euro abdrücken. Hier ist Content zweifel- los noch King, denn die Söhne akzeptieren nur das Original.
Die meisten Medienleute denken, ihre Inhalte seien absolut unverzicht- bar, aber Experten sind sich da längst nicht sicher, ob das wirklich stimmt. Häufig sei der zu erledigende „Job“ ein überraschend anderer als nur der Con- tent, fand etwa Harvard-Professor Clayton Christensen („The Innovator’s Di- lemma“), als er vor einigen Jahren sein Jobs-to-be-done-Framework – also die Frage: Was ist die eigentliche Aufgabe eines Produkts? – auf Medien anwand- te (http://goo.gl/NlV8Dn). Diverse Beispiele kennen wir in den Medien be- reits seit Langem: Die Regionalzeitung wird nicht nur wegen der Artikel ge- lesen, sondern auch wegen der Schweinebauch- und Todesanzeigen. Und die womöglich wichtigste Funktion eines Pendlerblatts ist es, die Zeit auf dem Arbeitsweg zu vertreiben – „20 Minuten“ bei uns in der Schweiz bezieht so- gar seinen Namen daher.
Zurück zu Videos wie Star Wars und einer der großen globalen Erfolgsge- schichten der vergangenen Jahre: Netflix, dem Video-Streaming-Dienst mit 80 Millionen zahlenden Nutzern. Wenn Journalisten über Video-Anbieter schreiben, denken sich alle dasselbe Testverfahren aus: Wie viele Filme und Serien sind wo verfügbar? Das Testergebnis lautet dann: Dienst A gewinnt ge- gen Dienst B mit 120.000 zu 100.000 Titeln.
Dieses Verfahren ignoriert nicht nur die Tatsache, dass eh niemand Zehn- tausende von Filmen anschauen kann, sondern vor allem, dass der „Job to be done“ für viele Zuschauer schlicht lautet: „Wenn ich abends meinen Fernse- her einschalte, will ich werbefrei zwei Stunden gut unterhalten werden.“ Wo- möglich mit dem Zusatzwunsch: „Wenn ich unterwegs bin, will ich dieselbe Auswahl haben.“ Welche Serie jemand dann anschaut oder ob sie von 2016 oder 2014 ist, ist ihm vielleicht – Schock für die Content-Branche! – mehr oder weniger egal.
bis heute seltsam anmutende iTunes lässt grüßen), dass Spotify weit enteilt bleibt.
Kindle: Der E-Reader von Amazon ist ein geschlosse- nes System, auf das man sich einlassen muss, denn man nimmt hin, dass Amazon das Sagen hat. Aber wer das tut, wird mit einer phänomenalen User Experience be- lohnt, und zwar über alle Plattformen hinweg. Ein Buch, das man auf dem Kindle zu lesen beginnt, kann man je- derzeit auf praktisch jedem anderen Endgerät (Laptop, Smartphone, Tablet) an derselben Stelle weiterlesen. Amazon, dem auch der Hörbuchanbieter Audible ge- hört, experimentiert sogar damit, dass man ein Hör- buch an derselben Stelle, an der man im E-Book war, weiter hören kann. Die vom deutschen Buchhandel als Alternative forcierte Lösung Tolino ist ein offeneres System, kann aber mit diesen Features nicht ansatzwei- se mithalten.
Es soll hier nicht darum gehen, blindlings internati- onale Lösungen gegenüber lokalen in den Himmel zu heben. Und ja, Spotify hat noch keinen Gewinn ge- macht, und Netflix stößt an die Grenzen seines Wachs- tums. Aber wenn jemand behauptet: Unsere Lösung ist gleichwertig, weil unser Content genauso reichhaltig ist, muss erlaubt sein zu sagen: Erstens müssen das die User auch zuerst finden, und zweitens ist der Content nur die halbe Miete.
Als deutschsprachiger Verlag kann man nicht 1 : 1 mit- halten mit den Großen aus dem Silicon Valley. Aber man kann sich durchaus jeden Tag ein Beispiel an ihnen neh- men.

Peter Hogenkamp ist CEO der Scope Content AG, die die Plattform «Scope» für handkuratierte Nachrichten zu Fachthemen mit derzeit 70 Channels betreibt.

Produktivitätsdilemma

Wenn ich einen unproduktiven Tag habe (wie gefühlt meistens), denke ich: Na ja, wenn ich nur produktiver wäre, wäre alles zu bewältigen.

Wenn ich einen unproduktiven Tag habe (wie gefühlt meistens), denke ich: Na ja, wenn ich nur produktiver wäre, wäre vermutlich alles zu bewältigen.

Wenn ich einen sehr produktiven Tag habe (wie heute), denke ich: «Um Gottes Willen, so intensiv geackert und nur so wenig von der Liste geschafft — das ist ja alles gar nicht zu bewältigen.»

Vielleicht deswegen besser morgen wieder Candy Crush.

HEUTE: Weihnachts-Deadline für Bitboard

Heute ist Ultimo für ein bitboard als Weihnachtsgeschenk, sagt mir Samuel. «NZZ» oder «iPad»?

«Lieferfrist 4-6 Wochen» steht da, aber HEUTE sei Ultimo für ein bitboard als Weihnachtsgeschenk, sagt mir der Macher, mein alter Zeix-Kollege Samuel Raymann.

Überlege nur noch, ob ich einem Kollegen das etwas grobschlächtige «NZZ» oder das «iPad» schenken soll.

Lustigster (anonymisierter) Satz zum Thema: «Das schenken wir den Print-Sales-Kollegen, dann können die auch mal mit dem iPad zum Kunden.» Hihi.

Lexikon zur zeitgenössischen Kunst

Das hätte auch keiner gedacht, dass ich mal einen Artikel in einem «Lexikon zur zeitgenössischen Kunst» schreiben würde.

Das hätte auch keiner gedacht, dass ich mal einen Artikel in einem «Lexikon zur zeitgenössischen Kunst» schreiben würde. Ist aber trotzdem passiert. Natürlich nicht wirklich zu Kunst, sondern zu Social Media. Trotzdem lustig.

Lexikon zur zeitgenössischen Kunst von Com&Com.
(Hrsg: Johannes M. Hedinger / Marcus Gossolt / CentrePasquArt Biel)

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Kerners künstliche Aufregung über Twitter

Eine Journalistenrunde macht sich bei Twitter über Kerner lustig – und stellt sich damit selbst journalistisch ins Abseits.

Johannes Baptist Kerner fand ich mal super. Das traut man sich heute fast nicht mehr zu sagen. Aber ich weiss noch genau, wie er das erste Mal «ran» moderiert hat, 1992 war das laut Wikipedia, wie er reinkam und sagte, er sei so nervös, er würde sich krampfhaft an seinen Notizen festhalten. Echt sympathisch war das damals, und Kerner und sein Chef Beckmann kamen neu, jung und unverkrampft rüber.

17 Jahre später ist nichts mehr davon übrig. Kerner stellt in seiner Sendung von gestern, zum Thema «Wahlprogramme und Wahlversprechen» nach, wie er sich bei Twitter sucht und ein Fake-Profil findet, und diskutiert das dann mit einigen teilweise verrenteten Journalisten vom ZDF. Die kurze «Diskussion» ist ein Armutszeugnis für den Berufsstand.

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LINK Institut und Stadtpräsident terrorisieren uns beim Abendessen

Spinnen diese Callcenter jetzt eigentlich total? Oder hab ich irgendwie eine verschobene Wahrnehmung?

Telefon läutet, wir sind beim Abendessen. Zürcher Nummer.
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Wer macht Social Media Relations?

Ein Student an der ZHAW in Winterthur sucht im Rahmen seiner Bachelorarbeit Schweizer PR-Agenturen, die Social Media Relations betreiben und sich für ein Interview zur Verfügung stellen würden. Mit den Bernet PR hat er bereits gesprochen.

Hinweise an: Philippe Fabian, pfabian(ät)gmx(punkt)ch, +41 79 502 74 52, http://twitter.com/philippe_fabian

«Klaus Jarchow vom Weblog Medienlese» im «Spiegel»

Wie Ole schon schreibt, ist medienlese.com im «Spiegel» erwähnt.

Wie Ole schon hier schreibt, ist medienlese.com im «Spiegel». Toll.

Ausriss aus Spiegel-Artikel «Wilhelm und der Grubenhund»

«Monstranz» ist aber auch ein echt tolles Wort. Sehen so aus, falls jemand hier ist, der zufällig nicht jahrelang Ministrant war. “«Klaus Jarchow vom Weblog Medienlese» im «Spiegel»” weiterlesen

Zwei Startup-Datenbank-Widgets starten fast gleichzeitig

yeebase und Ajax Partner haben beide neue Startup-Datenbank-Widgets.

Vor einigen Tagen kam die Mitteilung, dass «Ajax Partner» (Wieso benennen die sich nach einer Technologie?) eine neue Startup-Datenbank launche, die auch ein Widget zum Einbetten des Codes in Blogposts erlaube (nach bekanntem Vorbild).

Hab gleich Andy Lenz von yeebase angechattet, die erst vor einigen Monaten eine aus meiner Sicht sehr gute Startup-Datenbank angeschoben haben, und gefragt, ob sie auch ein Widget machen wollen. Seine Antwort war recht unverblümt:
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