Pressemitteilung von search.ch: Wir haben eine neue strategische Checkbox!

Dies da unten kam heute von search.ch an den Presseverteiler.

Um es gleich zu sagen: Den Dienst bzw. die neue Option, mehr ist es ja nicht, finde ich gut. Nur was als Konsequenz rauskommt, wenn man sich entscheidet, eine Pressemitteilung zu machen, ist irgendwie lustig. Aber der Reihe nach, zuerst der Text, Teil 1:

Das innovativste Telefonverzeichnis der Schweiz tel.search.ch erweitert die Kontaktmöglichkeiten per E-Mail

Auf tel.search.ch ist es ab sofort möglich, die E-Mail Adresse zu verbergen. Für die Nutzer ist die Information ?Kontakt via E-Mail (Formular)? bei jedem Eintrag ersichtlich, der eine gültige E-Mail Adresse hinterlegt hat.

Immensee, 3. Mai 2007 ? Seit 5 Jahren ist es möglich, dass Internetnutzer ihre Einträge auf tel.search.ch selber verwalten und ergänzen können, ganz im Sinne der Web 2.0-Philosophie. Mit einem E-Mail-Antwortformular auf tel.search.ch lancieren die Macher aus Immensee ein Feature zur weiteren Eingrenzung von Spam.

Wer seine E-Mail-Adresse eintragen will, kann nun zwischen zwei Möglichkeiten wählen. In der ersten Variante wird die Email-Adresse komplett angezeigt und ist mit einem Basis-Spamschutz versehen. Bei der zweiten Variante bleibt die hinterlegte E-Mail-Adresse verborgen, für den Nutzer ist jedoch die Information: „Kontakt via E-Mail (Formular)“ bei jedem Eintrag ersichtlich, der eine gültige E-Mail-Adresse hinterlegt hat.

Wir sieht das konkret aus, wenn man es sich anhand der eigenen Mailadresse anschaut:

Wenn man diese Checkbox nicht angeklickt hat…

search-ch Option-ohne 2007-05-02

sieht der eigene Eintrag so aus wie folgt. Ich hatte die Mailadresse bisher nicht drin, genau weil mich als Spam-geschädigten Menschen dieser Anblick gestört hat (was der „Basis-Spamschutz“ ist, von dem der Pressetext spricht, weiss ich nicht):

search-ch Eintrag-ohne 2007-05-02

Und wenn man die Checkbox dann aktiviert…

search-ch Option-mit 2007-05-02

wechselt es (direkt auf demselben Screen rechts sichtbar, schön gemacht, finde einen Preview bei solchen Datenbanksachen immer praktisch) auf das hier:

search-ch Eintrag-mit 2007-05-02

Schon viel sympathischer. Ich lasse die Mailadresse jetzt drin – search.ch hat sein Ziel bei mir genau erreicht.

Lustig an der Pressemitteilung ist einfach nur, dass sie nicht nach dem Text oben endet, was mehr als gereicht hätte, sondern im letzten Absatz muss man ja immer noch ein wörtliches Zitat vom Chef bringen, damit die Zeitungen einen O-Ton verwenden können, wenn sie wollen. Und der ist ziemlich bullshitmässig rausgekommen:

„Mit dieser Massnahme sorgen wir dafür, dass Anbieter von Dienstleistungen wie auch Privatpersonen mehr Möglichkeiten haben, die modernen Kommunikationsmittel zu nutzen. Wir vereinfachen damit den Kontakt zwischen zwei Parteien und heben den ganzen Dienst mit diesem Feature auf eine neue Ebene, denn tel.search.ch ist nicht nur ein Telefonbuch, es ist eine Kontaktdrehscheibe für Unternehmen und Private?, so Robert Furger, CEO von search.ch.

„Heben den ganzen Dienst auf eine neue Ebene“? „Kontaktdrehscheibe für Unternehmen und Private“? Wie jetzt?

Nachdem ich vier Tage von US-Werbeaussagen umflutet wurde, die gern mit „Two words:“ anfangen und mit „Period!“ aufhören, liest sich dieser verschwurbelte Absatz doppelt komisch. Five Words: Mailadresse eintragen ohne Spam-Gefahr. Period.

Schöne Grüsse aus Washington.

4 Gedanken zu „Pressemitteilung von search.ch: Wir haben eine neue strategische Checkbox!“

  1. Hi Peter

    Ganz viele Words: Bullshit ist die Aussage überhaupt nicht, wir meinen das ernst. Und es klappt ja hervorragend, wie Dein eigenes Beispiel zeigt. Warum hast Du wohl Deine E-Mail via Formular publiziert? :-)

    Den Dienst heben wir auf eine neue Ebene, weil wir es jetzt möglich machen, Geschäfte/Private ausserhalb der Öffnungszeiten zu kontaktieren. Die Privaten haben natürlich keine Öffnungszeiten, aber die wollen ja auch keinen Anruf um 11 Uhr in der Nacht.

    Die Kontaktdrehscheibe ist ein wenig unglücklich, wir hätten hier Kommunikationspplattform als Wort nehmen sollen. Ein Parameter des Erfolgs von tel.search.ch sind die gleichzeitige Darstellung von Privat- und Firmeneinträgen. Ich suche meine Primarlehrerin Meier und sehe dabei noch den Eintrag der „Meier Tankrevisionen“ welcher mich daran erinnert, dass ich ja noch Heizöl bestellen müsste :-). Oder eine Tankrevision machen sollte, die ist vom Gesetzgeber nämlich vorgeschrieben.

    Natürlich ergeben sich aus diesem Mix auch gute Möglichkeiten zur Vermarktung!

    Dies wollte ich Dir noch als Erläuterung zu unserem O-Ton weitergeben. Ich finde den nach wie vor passend und wir als ganze Firma können dahinter stehen. Denn wir entwickeln unsere Dienste ja genau unter diesen Aspekten…

    P.S.: Der Basis-Spamschutz ist bei der publizierten Adresse ein kleines Cödli, dass die Emailadresse für Robots unlesbar macht. Sieht man aber von „Aussen“ nicht.

  2. Hallo Rafael

    Ich glaube, Du hast mein Post kritischer verstanden, als es gemeint war. Ich finde ja das Angebot super, deswegen habe ich es auch a) sofort für mich selbst umgesetzt und b) darüber gebloggt.

    Nur muss man sich natürlich als Blogger auch immer ein bisschen lustig machen über irgendwas, sonst wäre es doch langweilig. „Bullshit“ heisst ja nicht, dass ich meine, dass das völlig falsch wäre, sondern im Sinne von „Bullshit Bingo“, dass es ein bisschen phrasenmässig daherkommt.

    Dass E-Mail gegenüber Telefonieren echt cool ist, u.a. weil man 24 Stunden am Tag mailen kann, sehe ich übrigens ganz genauso.

    In diesem Sinne Gruss von der Kommunikationsaussichtsplattform, Peter

  3. Das ist der grosse Nachteil der gedruckten Buchstaben. Der Unterton schwingt nicht mit. Und man sieht auch nie den Gesichtsausdruck des Schreiberlings, das würde vielleicht viele Unklarheiten beseitigen.

    Da ich Dein Urteil und Kommentar aber sehr schätze wollte ich einfach Antwort geben auf die offenen Fragen. Wir als search.ch haben ja gar kein Problem mit einer öffentlichen Diskussion und man darf uns auch an den Karren fahren. Denn in jeder Diskussion über uns lernen wir selber auch wieder dazu. Und das bringt es wirklich!

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