„Berner Singles haben weniger als einmal pro Monat Sex“

Seit über zehn Jahren rege ich mich auf über die schwachsinnigen Hochrechnungen, wieviel Schaden durch Softwareklau entsteht. Microsoft schätzt, wieviel nicht lizenzierte Installationen es gibt, wie auch immer sie das machen (wenige 100 Leute anrufen und dann auf viele Millionen Leute hochrechnen, sonst eine beliebte Markt“forschungs“methode z.B. bei der Ermittlung der Leserzahlen von Printmedien, geht hier ja nicht). Und dann multiplizieren sie es mit dem Ladenpreis und haben den Schaden, der grundsätzlich in die Milliarden geht.

Damals an der Uni war es immer völlig klar, dass im ersten Semester niemand weit und breit in der Lage und zugleich willens gewesen wäre, mehrere hundert Franken für Office-Software auszugeben. Natürlich, damals kostete ein PC noch über 2000 Franken oder D-Mark, und das Geld haben die Leute auch irgendwie aufgetrieben, aber dann obendrauf noch Office für 650.- oder so (weiss den Preis nicht mehr, aber damals waren die Studentenversionen noch deutlich teurer) – niemals! Wenn Software völlig unkopierbar gewesen wäre, hätte man nach der Erfindung von OpenSource StarOffice genommen, und vorher etwas abgespecktes wie Works – aber vermutlich nicht das von Microsoft).

Ich habe vor Jahren mal einen sehr guten Artikel gelesen, den ich aber leider nie mehr wiedergefunden habe, dass das Quasi-Monopol von Microsoft nur entstanden ist, weil man eben die Software mehr oder weniger frei kopieren kann (oder damals konnte). Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten günstigere Anbieter eine Chance gehabt. Aber so raubkopiert(e), wer kein Geld hat (Studenten, Privatleute, Startups), und wenn man irgendwann erwachsen ist, hat man sich daran gewöhnt und kauft die Lizenz – zähneknirschend. Als wir bei Zeix endlich 15 Office-Lizenzen bestellt haben, bin ich fast hintenrüber geschlagen aufgrund des Preises für die Firmenversion (von denen es natürlich auch 27 Flavours gibt).

Christoph Hugenschmidt hat bei inside-it einen guten Artikel „Zahlen, Zahlen, Zahlen“ geschrieben, in dem er etwas dasselbe moniert und noch seine zahlenverliebten Berufskollegen in die Pfanne haut („Berner Singles haben weniger als einmal pro Monat Sex“ – finde ich als Titel irgendwie noch sexier.). Nachrechnen scheint auch sein Hobby zu sein, denn über Software hatte er das auch schon mal geschrieben. Danke für beides.

3 Gedanken zu „„Berner Singles haben weniger als einmal pro Monat Sex““

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