Kandidatenliste bei «Welt Online» 202 Tage zurück.

Gut an Online-Medien ist: Sie sind schnell, d.h. man muss nicht bis zum nächsten Morgen warten, um die News vom Vorabend zu lesen.

Schlecht an Online-Medien ist: Es gibt keinen Redaktionsschluss, und daher gibt es auch kein Korrektorat, nicht für die meisten Artikel und erst recht nicht für die gesamte Site.

Diese drei Illustrationen habe ich heute bei «Welt Online» gesehen:

Heute ist der 15. April. Mike Huckabee hat seine Kandidatur am 4. März zurückgezogen (vor 42 Tagen), Fred Thompson seine am 22. Januar (vor 84 Tagen) und Rudolph Giuliani seine am 30. Januar (vor 76 Tagen). (Übersicht bei Wikipedia)

Zusammengerechnet sind die drei «Informationen» über die längst abgesprungenen Kandidaten also um 202 Tage veraltet.

Könnte man sich ernsthaft vorstellen, dass auch nur einer dieser Köpfe unter dem Stichwort «US-Wahlen» heute noch in einer Tageszeitung aufgetaucht sein könnte? Nicht mal beim Provinzblatt.

Man kann einfach mit dem Finger auf die doofen «Welt»-Leute zeigen, aber dass das schnelle Online plötzlich viel veralteter ist als Print, weil man es einfach nie mehr angeschaut hat, ist wohl den meisten von uns schon passiert. Da müssen wir uns noch was ausdenken.

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