Wie wird man ein berühmter Blogger?

Gibt es nicht so einen Witz, der so ähnlich geht: (Achtung, Pointe grausam versaut): „Wie gewinnt man eine halbe Million beim Roulette? Indem man zuerst eine ganze gewinnt verdient und dann nur eine halbe wieder verliert.“

Ähnlich kommt’s mir bei Bundesrat Moritz Leuenberger vor, der seit heute bloggt. Wie wird man ein berühmter Blogger? Indem man zuerst berühmt wird und dann anfängt zu bloggen – und alle stürzen sich darauf, selbst auf einen einzigen Post.

Die Nachricht war so wichtig, dass ich sie schon frühmorgens das erste Mal per Skype-IM mitgeteilt bekam, dann noch zweimal von anderen, sie im Laufe des Tages zehnmal in anderen Blogs oder Newstickern gelesen habe, im „heute“ auf der Titelseite, und so weiter. Morgen wird es noch in 50 weiteren Zeitungen stehen. Technorati findet seitenweise Blogposts von heute zu Moritz Leuenberger.

Warum er das allerdings unterhalb von Blueblog macht, ist zunächst mal rätselhaft. Nicht so sehr, weil es nicht bei admin.ch läuft, das werden sie wohl absichtlich gemacht haben, damit man Privatmeinung (soweit ein Regierungsmitglied eine solche haben kann) und offizielle Ratsmeinung auseinanderhalten kann, sondern auch: Warum ausgerechnet unterhalb von Blueblog? Nichts gegen Bluewin, aber ehrlich gesagt ist das doch kein sehr gehaltvolles Umfeld. Oder kennt jemand einen guten Blog, der dort läuft? Ich lese jedenfalls keinen. Da wäre schon direkt *.kaywa.ch besser gewesen (dieselbe Software ist’s ja eh) oder was anderes. *.wordpress.com, was wohl derzeit beste Adresse ist, wenn man schon bei einem hosted service sein will, hätte vielleicht schon wieder kritische Kommentare provoziert von wegen: Wieso nicht in der Schweiz? Ich merk schon: Nur leicht hat man’s auch nicht als Bundesrat, aber immerhin gucken alle hin.

20 Gedanken zu „Wie wird man ein berühmter Blogger?“

  1. Na ja, so gesehen… Bluewin an sich und Swisscom auch haben ja auch per se einen guten Ruf. Man stelle sich vor, ein Bundesrat würde mit Sunrise telefonieren. Geht nicht. Nur eben, bei Blueblog sieht’s etwas anders aus… :-)

  2. Möchte jemand wetten, wie lange 1. der Blog von Moritz Leuenberger gepflegt wird und wann 2. der erste Bundesrat über seinen Mediensprecher verlauten lässt, er treibe sich regelmässig bei Second Life rum? ;)

  3. Sehr geehrter Herr Hogenkamp

    Darf ich Sie freundlichst darauf hinweisen, dass Sie die Berichterstattung des DRS von heute Morgen nicht erwähnt oder verpasst haben :-) Die Geschichte entwickelt ja langsam eine Resonanaz wie wenn Apple morgn eine Keynote halten würde.

  4. Wetten ist immer gut – vor allem, wenn man nichts einsetzt. Hogenkamp hat in Deutschland in 20 Jahren schon alle vier wählbaren Parteien gewählt, daher finde ich es nicht so eindeutig. Aber vielleicht kenne ich mich auch zu wenig gut…
    Im Oktober 2007 würde ich allerdings ganz sicher SP wählen.

  5. @Gris-Gris: Peter Hogenkamp könnte ohne Sorge die Sozialisten wählen, denn mehrheitsfähig sind sie zum Glück ja nicht? und für die kontinuierliche Stromversorgung, die unter anderem für Blogwerk notwendig ist, sorgen jene Parteien, die etwas näher an der Realität sind als die Alternativen, Grünen und sonstigen Linken.

  6. Ja, viel Erfolg! Da schliesse ich mich – allerdings ohne Ironie – an.

    Es ging/geht (mir) doch nicht um weltanschauliche Bekenntnisse. Ich gestehe, ich hatte so eine Wischi-Waschi-Antwort erwartet – und war dann sehr positiv überrascht.

  7. Hardy: Dass Du mich noch NIE einen Witz hast erzählen höre, finde ich eigentlich super, wenn ich’s mir recht überlege. Wer will schon gern Witzerzähler sein (ausser Johannes Rau selig).
    Ich mail Dir dafür noch das Foto von der Bushaltestelle Militärstrasse/Langstrasse („Hast Du mir ein bisschen Münz? Wenn ich bis heute Abend nicht 30 Stutz habe, fliege ich aus der Wohnung“). Sowas kann sich eh kein Mensch ausdenken.

  8. Gris-Gris: Ironie hätte ich gekennzeichnet. Ich wünsche auch Menschen Erfolg, die nicht auf meiner Wellenlänge politisieren. Und gerade der SP wünsche ich Politiker, die wieder agieren anstatt nur noch reflexartig auf den politischen Gegner zu reagieren.

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