(Handy vibriert.) „Hogenkamp?“
„Herzog. Herr Hogenkamp, Sie sind aber schwer zu erreichen!“
„Ja? Ich finde nicht. Ich war zwei Tage in Deutschland, das muss erlaubt sein.“
„Ja, sicher. Ich wollte mit Ihnen über ein spannendes Geschäft sprechen.“
(etwas unangenehme Pause, weil ich nicht antworte)
„Herr Hogenkamp. Wie stehen Sie zum Thema Sport?“
„Können Sie mir bitte schnell sagen, worum es geht? Ich habe keine Zeit für ein Gespräch nach Gesprächsleitfaden.“
„Es geht um die Mexx Holding AG. Die hat in den letzten Tagen damit begonnen, sich auf einen erfolgreichen Börsengang vorzubereiten.“
„Wollen Sie, dass ich Aktien für einen Börsengang zeichne?“
„Nein, ich möchte mich erstmal mit Ihnen unterhalten.“
„Ich habe kein Interesse an Aktien.“
„OK.“
„Auf Wiederhören.“
„Auf Wiederhören.“
—
Ich frag mich wirklich, wen diese Leute mit ihrer abgestandenen Verkaufsmasche noch beeindrucken können. Gut, mindestens zwei Leute weiss ich: Die beiden, die bei Zeix für mich jeweils Telefonnotizen aufnehmen, wenn ich nicht da bin. Heute bekam ich ausgerichtet: „Ein Herr Herzog möchte mit dir über eine mögliche Zusammenarbeit sprechen.“
Und das ist ja auch richtig, denn wer weiss, vielleicht ist wirklich mal jemand dran, der etwas kaufen (Usability-Beratung) und nicht verkaufen will.
Aber generell gilt: Je wichtiger es klingt, desto wahrscheinlicher ist es ein Wein-Abo.