Prof. Merkel

Aus dem Klein Report von heute:

kleinreport schoeneneueMedienwelt Merkel 2007-09-21

Siehe de.wikipedia.org/wiki/Miriam_Meckel vs. de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel.

Ist aber auch wirklich nicht einfach. In Deutschland heissen die Leute einfach alle zu ähnlich. Sturzenegger und Hürlimann beispielsweise kann man deutlich besser unterscheiden.

Zu Meckel gab’s mal einen interessanten Edit War in der deutschen Wikipedia, auf den ich zufällig gestossen bin, aber der ist offenbar abgeebbt.

Nitor-Visu-Koffer W, groß

Gerade beim Aufräumen einen Katalog (von 2002, geht noch, habe bei anderen Aufräumsessions schon VIEL ältere Sachen gefunden) für Zubehör für Metaplan gefunden. Ich denke, ich hatte ihn aufgehoben, weil ich 2002 schon wusste, dass ich das mal bloggen werde. (Obwohl ich erst 2004 Blogs entdeckt habe.)

Die einfache Frage des Tages lautet: Was kostet dieser Koffer? (in Euro)

3100

Nitor-Visu-Koffer W, groß
Der Visu-Koffer W beinhaltet ein Visualisierungssortiment für 5 -10 Moderationen mit 10 -12 Teilnehmern

Der Nitor-Visu-Koffer ist für den mobilen wie auch stationären Einsatz gedacht. Das Visualisierungssortiment ist übersichtlich geordnet und geschützt in dem besonders stabilen Aluminium-Sandwich-Koffer untergebracht. Der Kofferdeckel ist zur Erleichterung des Zugriffs aushängbar. Die Größe des Koffers ist auf den Nitor-Visu-Butler (s. Moderations-Zubehör) abgestimmt.

Maße in cm: b 59 t 43 h 15
Gewicht: 15 kg

Inhalt Sortiment W (alle Karten überwiegend weiß sortiert):
250 Streifen 10 x 56 cm
1500 Rechtecke 10 x 21 cm in gelb, grün, orange
500 Ovale 11 x 19 cm
500 Kreise ø 10 cm
500 Kreise ø 14 cm
50 Kreise ø 20 cm
25 Wolken 25 x 43 cm
2000 Klebepunkte ø 19 mm
20 Filzer schmal schwarz
10 Filzer schmal rot
4 Filzer breit schwarz
2 Filzer breit rot
1 Nachfülltinte
800 Nadeln mit Nadeldose
1 Nadelkissen
9 Klebestifte 20 g
1 Haftklebestift 14 g
1 Klebeband 30 mm breit x 50 m
1 Schere

Dieser Inhalt ist auch mit überwiegend farbigen Karten als Sortiment F erhältlich.

Natürlich kann man googeln, aber raten ist besser.

Ich geb noch eine Hilfestellung: 2002 war er noch 40 Euro billiger als heute.

Bö. brüstet sich mit Hitler-Smilie

In Deutschland wär das verboten gemäss § 86a, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

heute Emoticons 2007-09-20

Ich hab sogar das heute gestern gelesen, aber natürlich die Dinger nicht einzeln angeschaut, weil ich die ja kenne, sondern der Bö. musste es mir extra heute noch per IM durchgeben, mit dem schönen Nachsatz „da bin ich heute noch stolz drauf“. Und da wird’s also dann schon etwas heikel, finde ich.

Krawattenlänge

teleblocher 2007-09-20

Wieso bloggt eigentlich keiner was darüber, dass Blochers Krawatte einen Zentimeter zu lang gebunden ist, aber die von Ackeret sicher 8 cm zu kurz?

Spitze bei Mitte Gürtelschnalle, Männer. Immer schon. Ist auch nicht modeabhängig, glaube ich. (Müsste jetzt eigentlich *weit aus dem Fenster rauslehn* schreiben, aber ich hasse diesen Chatjargon!)

Indian Summer, lass mich in Ruhe. Aber sofort!

Hallo Blume 2000, Tchibo, H&M und wie Ihr alle heisst, Ihr wisst schon,

ich will nichts mit „Indian Summer“ zu tun haben! Das habe ich letztes Jahr schon gedacht, aber dieses Jahr merke ich es schon bei der ersten Nennung wieder ganz stark. Natürlich kann ich nachschauen, was Indian Summer überhaupt heisst, und ich dachte mir ja sowas auch schon, aber ich bin eben nicht in Kanada aufgewachsen, sondern in Ostwestfalen-Lippe, und da gab’s das nicht.

Blume2000 IndianSummer 2007-09-18

Da gab’s, nebenbei, auch kein Halloween aber das sag ich Euch dann in einem Monat nochmal.

Ehrenbetriebswirtin Verona Pooth

„Kaum zu glauben, dass diese Frau Ehrenbetriebswirtin der Uni Neu-Ulm ist“, schreibt Max unter einem Fast-Nackt-Foto von Verona Pooth.

max Verona Pooth 2007-09-13

Also, ich kann das spontan eher gut glauben. Ehrenbetriebswirtin klingt nämlich nicht wie ein wirklicher Ehrentitel, sondern eher wie ein schaler Witz.

In einem Süddeutsche-Artikel „Für Ihre Leistungen in höchster Vollendung“ (nur noch als PDF anderswo) heisst es:

So hat es Verona Pooth, eher bekannt unter ihrem Mädchennamen Feldbusch, vor zwei Jahren zu ganz neuen wissenschaftlichen Ehren gebracht. Sie ist „Ehrenbetriebswirtin“ der Fachhochschule Neu-Ulm. „Ich habe ihr den Titel für Leistungen in der Kommunikationstechnik in höchster Vollendung überreicht“, lacht Gerhard Hack, Präsident der Fachhochschule Neu-Ulm. „Das ist ein Fantasietitel von mir“. Den hatte sich Pooth verdient, weil sie mit der FH für ein Marketing-Seminar zusammen arbeiten wollte. Die Studenten sollten an ihrem Beispiel lernen, wie man eine Person als Marke kreiert.

„Das hat hohe Wellen geschlagen“, sagt Hack. Noch immer erhält er Anrufe, ob er Pooth wirklich zur Ehrendoktorin gemacht hätte. An seiner Idee hält der FH-Präsident aber fest: „Erfolgreiche Persönlichkeiten“, die mit seiner Fachhochschule zusammen arbeiten, haben gute Chancen, dort „Ehrenbetriebswirt“ zu werden.

Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein armes Würstchen, wenn Sie sowas machen müssen, um in die Presse zu kommen.

(via Ronnie via Bild)

Niedergang des Qualitätsjournalismus durch Livebloggen

iStock 000004102481XSmall

Jetzt hab ich mich so mit Coop und SVP verausgabt, dass ich keine Zeit mehr habe, einen Post im gewünschten Umfang fertigzuschreiben zur „Diskussion“ von Thomas „Bö.“ Benkö und Nicole Braun drüben bei heute . Schade, dass dort nicht wirklich eine Diskussion aufkommt, das Thema wäre es wert.

„Ja, genau, die Agenturen“, hatte ich schon geschrieben. Zu deren Arbeitsweise ist eigentlich schon alles gesagt seit Stefan Niggemeiers Chronologie einer Falschmeldung, vor allem aber mit Christiane Links Die Leserschaft zeigt sich bestürzt. Will man wirklich das Nachrichtenmonopol solchen Organisationen überlassen?

Und dann noch die Presseabteilungen der Firmen. Jeder der regelmässig Pressemitteilungen bekommt, weiss, dass man häufig zwei hintereinander bekommt, und in der zweiten stehen die Teilsätze „hat sich leider ein Fehler eingeschlichen“ und „danken für Ihr Verständnis“. Meist hat wohl ein Journalist aus dem vielköpfigen Empfängerkreis sich die Mühe gemacht, genau zu lesen und/oder nachzudenken und/oder nachzugoogeln, und dann zurückgefragt, woraufhin der Fehler, den das PR-Team vor dem Aussand selbst nicht bemerkt hatte, schnell offensichtlich wurde.

Nicole Braun, die vermutlich wie auch immer geartete emotionale Bande zu einer der genannten Berufsgruppen hat, wirkt daher etwas altmodisch, wenn sie es als Zumutung empfindet, dass heute nicht auf „die genauen Informationen der Agenturen und Pressemeldungen wartet“. Das ist wohl die Lehrbuchmeinung (sage ich als Ungelernter), was Agenturen und Presseabteilungen sein sollten.

Dabei würde ich nie behaupten, dass ein Blogger per se besser arbeite als ein Journalist oder ein PR-Mensch. Aber meist sind eben mehrere am Werk. Deswegen funktioniert das Nachrecherchieren ganz gut und genauso Liveblogging. Wenn der Bö Engadget und Gizmodo und neuerdings.com liest, ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei den gleichen Tippfehler machen, wie es Nicole Braun als wahrscheinliches Szenario aufzeigt, recht gering.

Schönster Satz in der Empörung von Nicole Braun:

Entschuldigung aber dann ist ja wohl die Bezeichnung Journalist etwas übertrieben, denn so sind das höchstens Übersetzer, wenn sie die Texte auf Deutsch adaptieren.

Das stimmt. „Journalist“ sollte sich nur nennen dürfen, wer sich maximal eine knallige Überschrift ausdenkt und darunter per Copy/paste aus Agenturmeldung und Pressemitteilung seinen Text zusammenstoppelt.


Das Foto hat natürlich nichts mit Nicole Braun zu tun, sondern ist von iStockphoto – als Beispiel für sorgfältige Bildredaktion, auch eine journalistische Qualität mit langer Tradition.

Update vom 28.10.07: Diese Nicole Braun legt Wert auf die Festellung, dass sie es nicht ist. Das kann sehr gut sein.

Nervöser als man denkt: die SVP

Huch. Was ist denn mit der SVP los? Doch kalte Füsse wegen ein bisschen Geheimplan-Affäre? Dass Mörgeli jetzt jeden Tag eine Pressekonferenz macht – geschenkt. Er macht wohl gern Pressekonferenzen, und die Arbeit als Historiker hat ja den Vorteil, dass sie einem nicht wegläuft.

Aber diese Anzeige im 20 Minuten von heute hat mich schon sehr überrascht.

Blocher-staerken SVP-waehlen 2007-09-12

Seit ich in der Schweiz bin (1990), ist die SVP im Parlament von der kleinsten zur grössten der vier tonangebenden Parteien angewachsen, siehe hier. Dies mit einem Kanon von fünf ineinandergreifenden Aussagen:

  1. 1. Früher war alles besser.
  2. 2. Heute ist alles ganz schrecklich.
  3. 3. Schuld daran sind die Linken, Netten und Ausländer.
  4. 4. Alle supranationalen Organisationen sind völlig unschweizerisch; ein Beitritt zu egal welcher hätte einen sofortigen, dramatischen Niedergang zur Folge.
  5. 5. Die einzige verbleibende Chance, dass es nicht noch viel, viel schlimmer kommt, ist die SVP.

Und nun dieses Inserat, das nicht nur aussieht, als habe es gestern hektisch der Praktikant getextet und gelayoutet, sondern genau das Gegenteil der seit 15 Jahren gebetsmühlenartig wiederholten Argumente aussagt:

Sinngemäss: „Seit vier Jahren ist alles total super, aber nur, weil Christoph Blocher Bundesrat ist. Praktisch mit seinem Amtsantritt (als Justizminister notabene) haben sich alle Probleme, egal in welchen Bereichen, ins Gegenteil verkehrt.“ Die zwischen die Bullets gepfriemelten Argumente, das liege eben alles daran, dass man nicht in der EU sei, können nicht so richtig überzeugen.

Ich bin weder Politik- noch Markenexperte, aber ich glaube, solche Aktionen sind eine Verwässerung der sorgsam gepflegten Marke SVP.

(PS. Nachdem mir in einem lustigen Kommentar von Daniel Maurer angedichtet wurde, ich sei „SP-nah“: Ich bin gesinnungsmässig überzeugter Liberaler. Ich bin nur Jacqueline-nah, aus naheliegenden Gründen. In Deutschland habe ich inzwischen alle vier wählbaren Parteien durch. Dürfte ich in der Schweiz wählen, würde ich wohl genauso mäandern – mangels einer Partei, die mich wirklich überzeugt, in Verbindung mit der Auffassung, dass es eine staatsbürgerliche Pflicht ist, irgendwo sein Kreuz zu machen.)