Test-Ankündigung: PostButler

Gibt’s sei ein paar Monaten: PostButler von der Schweizer Post. Die Idee finde ich super, würde am liebsten meine ganze Post immer scannen lassen, dann hätte ich alles elektronisch und wäre das doofe Papier los.

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Leider ist es absurd teuer. Prohibitiv teuer eigentlich. Aber ich will es nun mal ausprobieren. Was sie einem mailen, wie die gescannten Dinger aussehen, wie der Rest zurückkommt etc.

Sendung-mit-der-Maus-mässiges Interesse daran, wie sie es organisieren. (Auch wenn nicht Klaus hinfährt, sondern ich mir den Einblick in die Scanfabrik selbst vorstellen muss.)

Also los (demnächst).

Kategorisiert unter „E-Mail und SMS“ – was ich gern statt Briefpost immer hätte. :-)

Pöhms Websites sind keine Gerade

Lese gerade von Matthias Pöhm das Buch Präsentieren Sie noch oder faszinieren Sie schon? Der Irrtum Powerpoint

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Habe mir also heute mal seine Websites angeschaut.

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„Das Leben ist keine Gerade – machen Sie sich einen Spass daraus“, sagt Pöhm, und wie eine Sammlung von Carrera-Loopings sehen auch seine Websites aus, auf denen man auch nicht gerade zum Ziel kommt, sondern wie in einer Wundertüte überall etwas Neues findet. Eigentlich sind es mehrere verschiedene, ineinander verwobene Websites, bei denen man nie genau weiss, auf welcher man gerade ist:

www.poehm.com: Blau auf Blau, daher sehr gut zu lesen, mit so einer Popup-Navigation, wie man es früher gemacht hat, bei der man sich anstrengen muss, im rechten Winkel zu navigieren – und die auch noch in Firefox nicht richtig funktioniert (rechts abgeschnitten).

poehm-com 2007-02-14 01

www.schlagfertigkeit.com: Immerhin nicht blau, dafür mit langer, flacher Navigation (u.a. Sprüche bei Anmache, Sprüche zum Chef, Sprüche für Schwule, Sprüche zu Beziehungen).

www.seminarfactory.de (Titel „Rhetorik-Seminar“) und www.rhetorik-seminar.ch (Titel „Rhetorikseminar“): Diese beiden scheinen inhaltlich das gleiche zu sein, nur unter verschiedenen URLs

www.rhetorik-kurs.ch (Titel „Rhetorikkurs“): Website, die alle seine Newsletter zusammenfasst.

Zwischenfazit: Laut Pöhm soll man auf den Punkt präsentieren. In seinem Buch stehen Regel wie: „Auf einer Folie darf nur eine Botschaft stehen“ oder „Die Botschaft einer Folie muss in zwei Sekunden zu erfassen sein“ oder „Jedes Element, das der Hauptbotschaft Leseenergie wegfrisst, muss von der Folie weg“ .

Das finde ich alles gut und nachvollziehbar. Nur: Wieso sind die Websites dann so ganz, ganz anders? Was macht der komische Strassenlooping auf der Homepage?

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: So sehr Pöhm beim Präsentieren auf Reduktionismus setzt, so überladen und unübersichtlich sind seine Websites. Da hat wohl nur der Suchmaschinenoptimierer etwas zu sagen gehabt, die Usability stand hinten an: Pöhm wollte offensichtlich bei den entscheidenden Suchbegriffen vorn sein, und das klappt auch: Bei den Suchbegriffen Schlagfertigkeit, Rhetorik Seminar und Rhetorik Kurs kommt er gut weg mit Positionen innerhalb der Top 3, und zur Sicherheit schalten Pöhms Leute jeweils noch Google Adwords.

Inhaltlich haben sie durchaus lustige Ideen: So kann man unter Verbesserungswürdige Redner Leute verpfeifen, bei denen man sich schrecklich gelangweilt hat, die Pöhm dann anschreibt (ohne Bezug auf den Anschwärzer zu nehmen). Finde ich super, werde ich sicher mal machen.

In Sachen Suchmaschinenmarketing fährt er noch einen lustigen, sehr unverhüllten Ansatz, den so ich noch nie irgendwo gesehen habe: Unter dem Navigationspunkt „33.- Euro CD geschenkt“ verschenkt er eine CD und ein Hörbuch gegen einen Link – je nach PageRank des Verlinkenden. Ab PageRank von 3 bekommt man die CD „Schlagfertigkeit mit Spass„, ab PageRank 4 noch ein Hörbuch seiner Wahl dazu. (Mein Suchmaschinenoptimierer sagt zwar, alles unter 5 können man auch vergessen, aber ich kann das nicht beurteilen.)

Sie schreiben sogar explizit, wie man verlinken soll. So nämlich:

Präsentieren Sie noch, oder faszinieren Sie schon?
High-Level Rhetorik beim „besten Rhetoriktrainer im deutschsprachigen Raum“ (Nordwest Zeitung)
Matthias Pöhm Rhetorik-Seminar

Schlagfertigkeit ist lernbar.
Tipps, Tricks, Techniken, Seminare. Und die Antwortbibliothek, mit knackigen Antworten auf die 250 am häufigst zu hörenden Angriffe.
Matthias Pöhm Schlagfertigkeit

Traumberuf Trainer.
Lassen Sie sich zum Trainer ausbilden von der Nummer 1 zur Schlagfertigkeit und Rhetorik. Inklusive Lizenz!
Matthias Pöhm Trainerausbildung

Tja, wir haben hier PageRank 5, also dann mal her mit den CDs. Wenn sie da ist, höre ich sie mal durch, schreibe vielleicht noch was und verlose ich sie dann hier an die lieben Lesenden.

Und was die Websites angeht: Ich würde alles auf einer konsolidieren, eine konsistente Informationsarchitektur bauen und für die o.g. Begriffe gescheite Landing Pages bauen; mit der konsolidieren Site sollte man bei den Suchmaschinen wohl nicht schlechter dastehen als mit diesem Sammelsurium – aber die Conversion (Anzahl Leute, die etwas bestellen, nachdem sie auf eine der Websites gestossen sind), dürfte um einiges besser werden.

PS. Hmpf. Wollte das eigentlich bei nutzbar.ch posten, aber da ging’s irgendwie mal wieder nicht – komische Fehlermeldungen beim Hochladen der Bilder. Muss es leider dort trotzdem noch cross-posten, weil ich hier noch keinen PageRamk von 5 habe, und ohne Abgreifen der CDs ist ja der Witz weg.

Mein Sieg über die Inbox (für diese Woche)

Ich lese gerade „das Buch zum Blog“ von Gina Trapani Lifehacker: 88 Tech Tricks to Turbocharge Your Day:

Lifehacker - Cover

Eigentlich lese ich noch nicht richtig von hinten nach vorn, sondern blättere noch hin und her. Manche Sachen sind so freakig, wie ich dachte (ich bin ja nur ein 30%-Nerd, d.h. starte gern Applikationen mit der Kommandozeile, aber ich muss nicht mein Leben damit verwalten), und andere sind echt gut. Werde weiter darüber posten.

Hier ist etwas, das gut ist, aber banal, und mich echt gefuchst hat: Hack 47: Empty Your Inbox (and Keep It Empty).

Lifehacker

Nicht der Tipp an sich ärgert mich, sondern dass er als „Level: Easy“ klassifiziert wird. Hallo? Easy??? Seit ich 2003 bei der iEX eine Präsentation über „E-Mail: Persönliches Effizienztool statt Zeitvernichter“ machen musste (ausgerechnet ich – ist aber sehr gut bewertet worden :-), weiss ich das (Folien sind noch online, das mit der Empty Inbox steht im Handout auf Seite 17 oben).

Ich kann mich noch gut daran erinnern. Vor der Messe hatte ich diese Präsentation gemacht und natürlich meine Inbox brav leergeräumt, muss man ja wohl, wenn man sowas erzählt. Aber schon während der Messe, als ich drei Tage am Stand und vor Publikum stand, wurde sie wieder so vollgemüllt, dass ich nie mehr die Oberhand gewonnen habe.

Seitdem habe ich es noch zweimal probiert (aber nicht, indem ich die alten abgearbeitet habe, sondern durch Verschieben oder Löschen der gesamten Inbox am Jahresende) – aber es hat noch nie länger als zwei oder drei Wochen gehalten. Schande über mich.

Mit diesem „easy“ hat mich Gina nun herausgefordert, und bei Blogwerk habe ich auch noch eine Chance (funktionierender Spam-Filter dank GMail, bei Zeix machen mich allein schon die 20 false negatives, die mhs pro Tag durchlässt, fertig).

Und wo ich diese Woche nun mal sowieso krank war, habe ich mich am Mittwoch durchgekämpft. Von 1500 auf 0 in drei Stunden. Gina empfiehlt, dass man kein fancy System von Ordnern macht (siehe oben im Ausriss), sondern nur drei: Action, Archive, Hold.

Darüber hat sie auch im Detail gebloggt: Geek to Live: Empty your inbox with the Trusted Trio.

„Archive“ fällt in GMail weg, da eh alles weggeklickte im Archive ist und man statt mit Foldern mit Labeln arbeitet. „Hold“ habe ich bisher noch nicht gebraucht, ich war am Mittwoch noch in der Phase, wo man mit der groben Kelle sortiert. (Habe für die ersten 500 Mails zwei Stunden gebraucht und dann deutlich das Tempo angezogen. Irgendwann wird man richtig sauer auf jeden, den einem jemals gemailt hat.)

Habe mir dafür noch zwei Labels „toRead“ und „toBlog“ gegönnt, mal sehen, wie’s mit denen läuft – werde zur Not alles dortige unzimperlich wieder ent-labeln.

Nun ja, drei Tage hat es zumindest mal gehalten:

Gmail Inbox 2007-02-10

Natürlich bin ich damit nicht aller Sorgen ledig, wie auch Gina richtig anmerkt – ACTION enthält zur Zeit 40 Mails. Aber ich traue mir schon eher zu, die nächste Woche auf 10 runterzukämpfen, als letzte Woche noch mit den 1500, von denen ich ja gar nicht wusste, wie viele „Pendenzen“ sie eigentlich enthalten.

Halte Euch auf dem Laufenden.

PS. Habe mich bzw. Blogwerk vorhin beim Amazon-Partnerprogramm angemeldet. Die Links auf das Buch oben sind die ersten beiden Affiliate-Links, die ich bisher in meinem Leben gesetzt habe. Aber wohl nicht die letzten.

neuerdings-Beitrag von gestern heute als „Letzte Meldung“ der Netzwoche

Über Unterschiede zwischen Bloggern und Journalisten wird ja viel geschrieben (u.a. hier auf hohem Niveau von einem, der beides ist). Ein Unterschied ist definitiv, dass Journalisten nicht sagen, wo sie abschreiben, während es in Blogs zum guten Ton gehört.

Die Netzwoche etwa, ansonsten von mir sehr geschätzt, hat das hier aus dem Netzwocheticker von heute (kein Permalink; morgen steht dort etwas anderes)…

netzwoche LetzteMeldung 2007-02-09

… zum Beispiel gestern von neuerdings abgeschrieben. (Alles andere wäre jedenfalls ein grosser Zufall, denn der letzte deutschsprachige Blogpost zum Thema liegt 13 Tage zurück.)

Wir haben den Beitrag auch nicht erfunden, sondern wurden per Mail von Christian Macek darauf aufmerksam gemacht, was wir natürlich auch angegeben haben. Man bricht sich ja dabei keinen Zacken aus der Krone. Oder anders gesagt: Wer „erfindet“ schon wirklich News? Anderswo suchen, aggregieren und kommentieren ist durchaus eine vollwertige journalistische Aufgabe (auf die man sich ja nicht allein stützen muss, wie es weder wir noch die Netzwoche tun).

Hat mich früher nicht so gestört; jetzt stört’s mich aber. Vielleicht ändern zukünftige Journis da mal ihren Ehrenkodex, beeinflusst durch Blogs. Wäre doch nicht so schlecht.

Anna Nicole Smith gestorben – internationale Wikipedia-Ausgaben im Aktualitätstest

Anna Nicole Smith ist tot, gestorben gestern Nachmittag in Florida.

Die früheste Meldung, die ich via Google News gefunden habe, war von gestern 22:07 Uhr. Die meisten Europäer werden es erst heute morgen erfahren haben.

Ich mache, was ich immer mache, wenn jemand stirbt: Ich schaue mir bei Wikipedia die Biografie an. Natürlich ist die schon aktualisiert mit dem Todestag oben und einer Passage über den Tod – ich habe es, glaube ich, noch nie geschafft, vor dem Editor da zu sein.

Wikipedia-de AnnaNicoleSmith 2007-02-09

Das bringt mich auf die Idee, mal zu schauen, wie es – am Mittag um zwölf – bei den internationalen Ausgaben aussieht.

Anna Nicole Smith ist tot, gestorben gestern Nachmittag in Florida.

Die früheste Meldung, die ich via Google News gefunden habe, war von gestern 22:07 Uhr. Die meisten Europäer werden es erst heute morgen erfahren haben.

Ich mache, was ich immer mache, wenn jemand stirbt: Ich schaue mir bei Wikipedia die Biografie an. Natürlich ist die schon aktualisiert mit dem Todestag oben und einer Passage über den Tod – ich habe es, glaube ich, noch nie geschafft, vor dem Editor da zu sein.

Wikipedia-de AnnaNicoleSmith 2007-02-09

Das bringt mich auf die Idee, mal zu schauen, wie es – am Mittag um zwölf – bei den internationalen Ausgaben aussieht.

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Geiz ist – ähm…

Das gibt es nur in Deutschland: Zwei mittelalte Frauen stehen im Rewe-Supermarkt vor den Slipeinlagen und rechnen für verschiedene Produkte den Stückpreis aus (vermute ich). Die rechte hält im Bild eine Packung Alldays, die linke dividiert auf dem Taschenrechner ihres Handys vor sich hin. Scheint recht kompliziert gewesen zu sein, denn sie standen mindestens zehn Minuten dort.

03022007613

Da lobt man sich doch die Schweizer Regelung (oder ist es nur eine Selbstverpflichtung der Migros?), dass auf jeder Packung auch der Preise pro Stück oder pro 100 g oder 100 ml angegeben ist. Hier sieht man live, dass das Bedürfnis vorhanden ist.

„SMS-Tiefpreis-Auktion 2007“ im Zürcher HB

Ist das jetzt eigentlich Werbung für Werbung oder das erste B2C-Produkt von e-advertising – oder einfach eine Abzocke?

eBoard SMSTiefpreisAuktion 2007-01-31

Hier steht, wie’s geht. Schon mal ziemlich kompliziert. Und wie es aussieht, hat in den ersten neun Tagen nur einmal jemand gewonnen, trotz Tipps & Tricks (die allerdings auch sehr naheliegend sind).

Ich hab vorgestern mal für irgendwas mit Neupreis 399.- (weiss schon nicht mehr, was es war) ein Gebot von CHF 166.- abgegeben und bekam die vorhersehbare Antwort:

Leider ist Ihr Gebot 166 nicht das einzige & tiefste. Probieren Sie es doch einfach nochmals (CHF 0.20/SMS). Tipps & Tricks unter www.ead.ch. Viel Glück.

Hm. Bei 20 Rappen pro SMS können sie doch nichts verdienen. Also wohl einfach nur etwas, um die zwar sehr sichtbaren, aber wohl unausgelasteten eBoards ins Gespräch zu bringen.

!!! SUPERPUNKTE = BARGELD !!!

„Pro 1’000 Ptk. (interess. Abk. vermtl. f. Puntke) erhalten Sie 10.- CHF.“

Die Preisstaffelung darunter finde ich ziemlich cool. Ich hab etwa 16’000 Ptk. und frage mich die ganze Zeit, wieviel Geld ich dafür wohl bekommen würde. Es lässt mir keine Ruhe; ich werd wohl mal anrufen.

Coop-Superpunkte 2007-01-31

Wüsste natürlich auch gern, was er dann damit macht. Vermutlich Zeug bestellen, das er dann wieder verkauft – aber ob sich das lohnt? Für 7500 Punkte gibt es 50 iTunes-Songs, die bei iTunes selbst 75 Franken kosten würden, also genau gleich viel, wie er bezahlen würde. Wenn er das gekaufte Zeug bei eBay versteigert, muss er ja unter den „Listenpreis“. Woher kommt da der Arbitrage -Gewinn?

Auch sehr schön, bei der Gelegenheit, ein Screenshot aus dem Coop-Supercard-Onlineshop – iTunes-Songs sind leider gerade aus:

Coop Supercard iTunes 2007-01-31