FREMDWÖRTER-Lady sucht GENTELMANN

Ein Dienst von search.ch läuft bewusst etwas unter dem Radar der Öffentlichkeit: date.search.ch. Während partner.search.ch die Whitelabel-Version der seriösen Plattform Parship ist, wo man Partner vor allem zum Heiraten sucht, ist date.search eine Art Quick-and-Dirty-Variante (ich meine damit natürlich vor allem das schlicht gehaltene User Interface).

„Das bringt uns nichts, aber wir finden es einfach lustig, darum lassen wir es laufen“, sagt search-Marketingleiter Rafael Azzati, „es gibt rund 4000 Leute, die sich hier regelmässig zu was auch immer verabreden, und wir gönnen ihnen den Spass“.

Diese mangelnde Präsenz ist eigentlich schade, findet man doch bei den Anzeigen Diamanten wie diesen hier:

date-search

Ich habe das schon einige Male gesehen, dass Leute auch bei Online-Anzeigen, wo der Platz doch unbeschränkt ist, gern die aus der Zeitg. bek. Abk. verwenden. Was sie sich wohl dabei denken?

Gern würde ich sie auch mal anrufen (man kann natürlich nur mailen) hören, wie sie eigentlich Reed-Lady ausspricht (habe da einen Verdacht), und fragen, was sie eigentlich darunter versteht. Ob sie für Reed Messen Schweiz arbeitet?

Auch sehr schöne Kontaktanzeigen aus Berlin gibt es gelegentlich bei Ronnie . Mein einsamer Favorit bisher: Ich hatte einen gebrochenen Fuss.

Komplexe Termine und Terminkomplexe

Auszüge aus dem Newsletter des Grimme-PreisträgersElektrischer Reporter“ seit Anfang 2007:

12. Januar:

Für das Jahr 2007 hat sich Ihr Elektrischer Reporter einiges vorgenommen, zum Beispiel eine regelmäßige Erscheinungsweise. Will heißen: Ab sofort liegen die neuen Episoden jeden Montag für Sie zur Abholung bereit, damit Sie inspiriert in die neue Woche starten können.

13. Februar:

Lieber spät als nie. Hier der leicht verzögerte Hinweis auf ein neues Filmchen, das für Sie zur Abholung im Netz bereit liegt:

„Komplexe Termine und Terminkomplexe“ weiterlesen

Festbeissen, Positivvariante

Ich mag Stefan Niggemeier. Er lässt bei den richtigen Themen nicht locker. Und ist damit das positive Gegenteil anderer deutscher Blogger, die sich etwas willkürlich in weniger wichtigen Themen verbeissen. Wobei natürlich jeder seine eigene Meinung haben kann, was wichtig ist und was nicht.

Lesenswert (regelmässige Leser von medienlese.com haben es dort schon verlinkt gesehen):

  • „Chronologie einer Falschmeldung“ Teile I, II, III, IV (wer wenig Zeit hat und Schweizer ist, liest nur I und IV).
  • Spontanblog des in „IV“ erwähnten „Lesers“.

Kundeninformation von www.bahn.de

Deutsche Bahn,

von Dir kommt ein Newsletter, der aussieht, als wäre er nur die Einleitung eines Newsletters:

Herr Hogenkamp,

als Kunde von www.bahn.de nutzen die praktische Internetbuchung ja bereits. Bei Ihrer Anmeldung haben Sie Ihre Zustimmung gegeben, dass wir Ihre Daten zu Kundenbetreuungszwecken nutzen duerfen.

Vielleicht haben wir Sie ja sogar schon einmal elektronische Post von uns bekommen und konnten an einer unserer Dankeschoen-Aktionen teilnehmen.

Zukuenftig moechten wir Ihnen mit persoenlichen Angeboten und Informationen noch mehr Service bieten. Hierzu koennen Sie zu den Angaben, die wir bereits von Ihnen erhalten haben, online Ihr persoenliches Interessenprofil pflegen.

Ihr Vorteil: Sie erhalten in unserem Newsletter genau die Informationen, die Sie sich wuenschen und koennen zukuenftig noch mehr von unseren Aktionen profitieren.

Ihre persoenlichen Vorgaben pflegen Sie genauso einfach ueber Ihr Benutzerkonto, wie Sie es bereits von Ihren Buchungsdaten gewoehnt sind.

Es gruesst Sie herzlich

Ihr Team von www.bahn.de

Moechten Sie keine Informationen mehr von bahn.de erhalten, klicken Sie
folgenden Link:
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https://fahrkarten.bahn.de/privatkunde/newsletter/newsletter_loeschen.post?email=peter.hogenkamp@g….com&abo=Z….&lang=de&newslettercode=1&uc=1 (Link verändert, pho)
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Ja und jetzt? Kommt morgen ein „persoenliches Angebot“ oder kommen „Informationen“? Fast hätte auf den Link unten geklickt, weil ich dachte, da geht’s nach dem Vorgeplänkel zum echten Newsletter (ist ja auch nicht unüblich).

Ich bleib mal dran – und bin gespannt, was Ihr Euch das nächste Mal einfallen lasst. Bzw. ob.

044-Kleber auf Tramwerbung vom Cambridge Institute

Merke: Wenn sich zwei „alte“ Militärkollegen im Zug treffen und über die „alten“ Zeiten plaudern, müssen die beiden nicht unbedingt wirklich alt sein, um eine gewaltige Menge an Erinnerungen auszutauschen – das können auch Endzwanziger schon. Ein spontanes Kränzchen gewunden den Erfindern von MP3-Player und In-Ohr-Kopfhörer und dem gleichmässig lauten Soundteppich unter den meisten Liedern.

And now for something completely different.

Seit dem 1. April gilt für Zürich nur noch die Vorwahl 044. Drei Jahre war die Übergangsfrist, in denen beide Nummern genutzt werden konnten. Gefühlt knappe zehn Jahre lief die Informationskampagne des Bakom zum Thema. Und trotzdem wurden manche wie das „Cambridge Institute“ immer noch überrascht, die jetzt schicke Schilder ihre Dispenser im Tram kleben müssen:

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Hats off, Cambridge Institute, das hast Du wirklich sauber gemacht. Sollte ich Lewis Carbone von Experience Engineering als Beispiel für einen „Service Clue“ schicken. Muss über seine Rede in Vegas nochmal was Längeres schreiben.

Löwen-Aussenanlage verdeckt AXA-Werbung.

Diesen neue Informationsstand der SBB mitten in der Bahnhofshalle (Höhe Gleis 15) finde ich prima. Da haben sie sich mal was Gutes bei der Deutschen Bahn abgeschaut, die mit diesen Nur-Info-Ständen schon vor einigen Jahren aus den Schalterhallen rausgekommen sind.

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Und auch die Laufschrift „Löwen-Aussenanlage ist eröffnet“ hat irgendwie was, wenn das das erste ist, was der anreisende Besucher von Zürich sieht.

Was ich mich nur gefragt habe: Das Plakat dahinter hat wohl mindestens drei Viertel seines Wertes verloren. Aus der Halle sieht man es nur noch in einem sehr schrägen Winkel, oder aus der Froschperspektive von der Rolltreppe darunter.

Ob das schon in dem Tarif abgebildet wurde, den die AXA zahlt?

Die Plakatvermarkterin APG schreibt auf Ihrer Website: „Jedes unserer Grossformate wird individuell nach der G-Wert Methode bewertet. Der G-Wert sagt aus, wie viele erinnerungswirksame Kontakte eine Werbefläche pro durchschnittliche Stunde generiert. Mit der Implikation der Werbeerinnerung (Recognition) sprengt er den herkömmlichen Kontaktbegriff und stellt die härteste Währung im Intermedia-Vergleich überhaupt dar.“ Aha. Ja, hart ist das sicher, wenn man plötzlich so in den Hintergrund gedrängt wird.

Und was kostet es nun? Habe ich nicht gefunden, auch wenn die lyrischen Namen der APG-Werbemittel wie „Rollingstar F12L RailCity HB Zürich“, „Highwaystar F12 Zürich“ oder „GF – The Big Rotation“ einen Besuch der Website wert sind (alles modern mit JavaScript umgesetzt, daher ausser der Suchmaske nicht verlinkbar).

Eine Etage tiefer kostet’s jedenfalls CHF 98’500 pro Jahr (Ansicht des PDF lohnt sich, der Fotograf hat sich nicht einen Deut bemüht, vor der „attraktiven Werbefläche für die exklusive Werbebotschaft“ auch einigermassen attraktive Mitglieder der Zielgruppe abzubilden), also wird’s oben schon mal nicht billiger (gewesen) sein. Ich frag mal nach.

Update: Ach so. Die ganz, ganz grossen Werbeflächen macht nicht die APG, sondern ihre Schwesterfirma Paron. Auf deren Website findet man auch das Plakat als Fläche 43.1876, Hauptbahnhof Querhalle (diese Affichage-Websites sind alle gleich dämlich gemacht, so dass man eigentlich nicht direkt verlinken kann).

Auf dem im PDF abgebildeten Foto stehen sie deutlich weiter rechts als ich auf meinem Foto oben – von dort würde man das Plakat trotz SBB-Teil sogar noch sehen. Aber auf dem kleinen Foto dafür gar nicht mehr. Aber vielleicht haben sie auch in den AGB stehen, dass sie nur einmal im Jahr die Standorte neu evaluieren. Ein Preis steht leider nicht drin. Dafür, dass man keine politische Werbung machen darf.

paron plakat-querhalle 2007-06-08

hier kommt was sehr interessantes für Dich

Rudolf Märtens <Rudolf.Maertens@t-online.de> Tue, Jun 5, 2007 at 3:00 AM
Reply-To: Rudolf.Maertens@t-online.de
To: anschaulich@blog….com

Hallo Hartmut!

Sende Dir wunschgemäß folgenden interessanten Link – habe ich vorhin gerade entdeckt.

http://www.dubli.com/auktionsdetails.cfm?auctionID=539153

Scheint eine wirklich interessante Sache zu sein, wenn man im großen Stil E-Mail Werbung betreiben will. Vor allem, so wie ich gelesen habe, ohne wegen SPAM abgemahnt werden zu können. Aber les Dir das mal lieber selber durch.

Ruf mich morgen mal im Büro an, ob das was für Dich ist

Gruß Rudolf

Hallo Rudolf!

Wow, toller Trick. Machen das nicht auch die Sexhotlines so, dass man irgendwelche 900er-Nummern anruft, wo man denken soll, man hört zufällig ein Gespräch ab? Glaubt es dort jemand?

Aber sonst danke für den tollen Tipp. Ich bin sicher, die Qualität der Mailadressen ist super, und alle haben wirklich double-opt-in gemacht. Mache ich auch immer bei Spam.

Kann ich sonst noch was für Dich tun? Dir einen Virus schicken oder die Nigeria-Connection auf den Hals oder so?

Der Imperativ von „lesen“ lautet übrigens „lies“. Aber nichts für ungut.

Gruss, Peter